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Zwei Abendsterne

Ab etwa halb neun heute Abend erkennen Sie gleich zwei Abendsterne tief am Westhimmel. Zunächst fällt Ihnen die Venus auf, die sich schon wenige Minuten nach Sonnenuntergang noch am hellen Dämmerungshimmel durchsetzen kann.

Von Dirk Lorenzen |
    Ist es etwas dunkler geworden, sehen Sie ein kleines Stück rechts unterhalb der Venus den Planeten Merkur. Er leuchtet schwächer als Venus. Ein Fernglas hilft bei der Suche. Bei perfekt klarem Wetter sind allerdings beide gut mit bloßem Auge zu erkennen.

    Merkur ist ein scheuer Geselle. Er zeigt sich nur für wenige Wochen im Jahr an unserem Himmel. Die meiste Zeit hält er sich im hellen Strahlenkranz der Sonne versteckt. Denn Merkur ist der innerste Planet. Er läuft zwei Bahnen weiter innen als die Erde um die Sonne. Folglich sehen wir ihn nie in großem Abstand von unserem Tagesgestirn.

    In den kommenden Wochen aber können Sie Abend für Abend die Stellung der beiden Planeten beobachten. Bis zum 7. April kämpft Merkur sich auf gleiche Höhe wie Venus. Danach fällt er zurück und nähert sich schnell der Sonne.

    Sehen die Himmelskörper zunächst ziemlich gleich aus, so unterscheiden sie sich doch erheblich. Venus hat in etwa Erdgröße. Merkur dagegen ist nur wenig größer als unser Mond. Während Venus von einer extrem dichten Atmosphäre umgeben ist, ist Merkur eine Kraterwelt ohne jede Gashülle. Auf beiden herrschen Temperaturen, gegen die es im Backofen kühl ist.

    Eines haben sie gemeinsam: Sie sehen sehr hübsch aus. Verfolgen Sie in den kommenden zwei Wochen den Tanz der beiden Abendsterne.


    Die Messenger-Mission zum Merkur

    Die ESA-Mission Venus Express zum Abendstern