
Die Vorsitzende der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora, Poensgen, und der Vorsitzende der Lagergemeinschaft, Gobrecht, äußerten ihre Kritik in einem offenen Brief an Weimer. Darin heißt es, "tatsächlich haben wir Sie und Ihre inhaltlichen Positionen in den vergangenen Jahren nicht so wahrgenommen, dass Sie sich mit dem Vermächtnis der Überlebenden von Buchenwald und anderer Lager positiv beschäftigt haben."
Moniert wird unter anderem, Weimer habe mehrfach das Zitat von Heinrich Heine "Der Taufschein ist die Eintrittskarte zur europäischen Kultur" benutzt. Es bedeute für viele der ehemaligen Häftlinge von Buchenwald und auch für deren Nachkommen, dass sie nicht zur europäischen Kultur gehörten.
Kritik auch an Weimers Entscheidung zu linken Buchläden
Weimer hatte entschieden, drei linke Buchläden wegen "verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse" von der Liste für den Deutschen Buchhandlungspreis streichen zu lassen. Dazu heißt es, "wir sind überzeugt davon, unsere Angehörigen hätten heute auch zum Kundenkreis der drei Buchläden gehören können. Bei Verhaftungen durch die Gestapo während der NS-Zeit wurde bei ihnen nachweislich linke Literatur beschlagnahmt."
Zentralrat der Juden ist anderer Ansicht
Dagegen begrüßten der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Wagner, sowie der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Schuster, Weimers Teilnahme. Schuster sagte, seit Weimer im Amt sei, mache er den Erhalt der Erinnerungskultur in Deutschland, die wesentlich durch Orte wie die
KZ-Gedenkstätten getragen würden, zu einem seiner Kernanliegen.
KZ-Gedenkstätten getragen würden, zu einem seiner Kernanliegen.
Bei der zentralen Gedenkveranstaltung im April soll Entertainer Hape Kerkeling eine Rede halten, dessen Großvater in Buchenwald inhaftiert war. Von Weimer ist ein Grußwort vorgesehen.
Diese Nachricht wurde am 23.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
