Medienbericht
Zwei Ministerinnen von Cyber-Angriff auf Messengerdienst Signal betroffen

Von den Cyberangriffen auf Nutzer des Messengerdienstes Signal sind offenbar auch Mitglieder der Bundesregierung betroffen. Nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" wurden die Konten von Bildungsministerin Prien, CDU, und Bauministerin Hubertz, SPD, kompromittiert.

    Karin Prien (CDU), Bundesfamilienministerin, spricht während einer Pressekonferenz und gestikuliert mit beiden Händen.
    Bundesbildungsministerin Prien (Daniel Bockwoldt / dpa / Daniel Bockwoldt)
    Die Ministerien bestätigten den Cyberangriff nicht. Aus dem Ministerium von Hubertz hieß es, für die Integrität und Sicherheit von interner und externer Kommunikation gälten klare Grundsätze. "Dazu gehört, dass wir uns grundsätzlich nicht zu möglichen oder tatsächlichen Sicherheitsvorfällen äußern".
    Dem Bericht zufolge sollen Abgeordnete von allen Fraktionen des Bundestags betroffen sein. Zuvor hatte "Der Spiegel" bereits gemeldet, dass Bundestagspräsidentin Klöckner zu den Opfern der Phishingkampagne gehöre. Die Politikerin bekleidet das zweithöchste Staatsamt und ist Mitglied des CDU-Präsidiums. Das Parteigremium kommunizierte dem Bericht zufolge bislang in einem Signal-Gruppenchat, Bundeskanzler und CDU-Chef Merz eingeschlossen.
    Beim Nutzerkonto von Merz gebe es allerdings keine Auffälligkeiten, heißt es. Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) hatten den Kanzler demnach in der Sache persönlich aufgesucht. Neben dem BfV hatte auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits im Februar öffentlich vor der andauernden Cyberattacke über Signal gewarnt. In Deutschland sind neben Politikerinnen und Politikern, auch etliche Journalisten und Militärs betroffen.

    Ermittlungen wegen Spionageverdachts

    Die Bundesanwaltschaft ermittelt bereits seit einigen Monaten wegen des Anfangsverdachts der Spionage. Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags, Henrichmann, machte Russland für die Angriffe verantwortlich.

    Mehr Informationen:

    Messenger-Dienste werden immer öfter zum Ziel von Phishing-Versuchen
    Diese Nachricht wurde am 25.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.