Die Carnegie Mellon University aus Pittsburgh hat eine Zweigstelle im australischen Adelaide eingerichtet. Die Florida State University bietet fünf verschiedene Bachelor-Studiengänge in Panama City an. Und das Georgia Institute of Technology hat im französischen Metz gleich einen ganzen Campus eröffnet. Drei Beispiele für die neue globale Wanderlust der amerikanischen Universitäten. Der Schwerpunkt der US-Hochschulableger findet sich aber in Asien, vor allem in China und Singapur, sagt Madeleine Green von der Abteilung für Internationale Initiativen am "American Council on Education". Einen Prototyp für solch eine Institution gebe es allerdings nicht.
"Es gibt viele, viele verschiedene Modelle: Bei einigen von ihnen entsteht ein kompletter Campus im Ausland, im US-Stil. Zum Beispiel in Katar die Education City. Andere Institutionen mieten bloß ein paar Räume oder Gebäude an. Manche bieten nur Zusatzprogramme an, andere einen vollwertigen Abschluss. Die einen arbeiten mit Partnern zusammen, die anderen alleine. Es gibt beinahe so viele unterschiedliche Modelle wie es internationale Programme gibt."
Ebenso vielfältig sind die Interessen der beteiligten Universitäten und Staaten. In China zum Beispiel kann das eigene Hochschulsystem kaum so schnell aufgebaut werden wie der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften wächst. In den reichen Ländern des Nahen Ostens, zum Beispiel Saudi-Arabien oder Katar, möchten die Regierungen in Bildung investieren, solange die Ölquellen noch sprudeln. Und auch die Studierenden haben einen direkten Nutzen von den amerikanischen Uni-Niederlassungen im Ausland.
"Zum einen das Problem mit dem Visum. Bietet man das Studium im Ausland an, müssen sie sich dort keine Gedanken um die Visa machen. Und zum zweiten geht es um die Kosten. Einen amerikanischen Studienabschluss im eigenen Land zu erwerben, auch wenn die Studiengebühren immer noch höher sind als gewöhnlich, ist doch billiger als ein Aufenthalt in den Vereinigten Staaten."
Und die US-Universitäten? Sie gewinnen an Prestige und können ihre eigenen Einrichtungen stärker internationalisieren. Aber gerade bei Kooperationen mit sehr wohlhabenden Staaten geht es auch ums Geld. Die amerikanischen Universitäten liefern Bildung auf hohem Niveau und lassen sich dafür vom Gastgeberland in barer Münze auszahlen. Das ist allerdings nicht die Mehrheit, merkt Madeleine Green an.
"Bei gut einem Drittel der amerikanischen Institutionen ist das der Fall, besonders bei Projekten im Nahen Osten. Aber viele andere arbeiten mit Partnern vor Ort zusammen oder nutzen privates Kapital. Auch bei der Finanzierung gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Modellen."
Im Fall der Johns Hopkins University aus Baltimore zum Beispiel hat sich das Geschäftsmodell "Bildung gegen Geld” auch nicht wirklich ausgezahlt. Ein Programm in Zusammenarbeit mit der Regierung von Singapur zur Doktorandenausbildung und biomedizinischen Forschung wurde im Jahr 2006 nach zehn Jahren wieder eingestellt. Auf beiden Seiten hieß es damals, der jeweilige Partner habe die Erwartungen nicht erfüllen können. Ob es an den unterschiedlichen - nicht nur - akademischen Kulturen gelegen hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Aber oft genug entpuppen die sich als beträchtliche Herausforderung.
"Wie verändert man den Studienplan, so dass er in den kulturellen Kontext passt? Wie kann man die amerikanischen Lehrkräfte sensibilisieren, die eventuell nur sehr wenig Verständnis für die Kultur ihres Gastgeberlandes besitzen? Auf einer persönlichen und einer pädagogischen Ebene, und auf der Ebene des Lehrstoffes. Und tatsächlich: Einige Kritiker halten die US-Universitäten im Ausland für eine Form von kulturellem Imperialismus."
Andere Kritiker geben zu bedenken, dass in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten sich die amerikanischen Universitäten vielleicht besser den Studierenden im eigenen Land zuwenden sollten.
"Es gibt viele, viele verschiedene Modelle: Bei einigen von ihnen entsteht ein kompletter Campus im Ausland, im US-Stil. Zum Beispiel in Katar die Education City. Andere Institutionen mieten bloß ein paar Räume oder Gebäude an. Manche bieten nur Zusatzprogramme an, andere einen vollwertigen Abschluss. Die einen arbeiten mit Partnern zusammen, die anderen alleine. Es gibt beinahe so viele unterschiedliche Modelle wie es internationale Programme gibt."
Ebenso vielfältig sind die Interessen der beteiligten Universitäten und Staaten. In China zum Beispiel kann das eigene Hochschulsystem kaum so schnell aufgebaut werden wie der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften wächst. In den reichen Ländern des Nahen Ostens, zum Beispiel Saudi-Arabien oder Katar, möchten die Regierungen in Bildung investieren, solange die Ölquellen noch sprudeln. Und auch die Studierenden haben einen direkten Nutzen von den amerikanischen Uni-Niederlassungen im Ausland.
"Zum einen das Problem mit dem Visum. Bietet man das Studium im Ausland an, müssen sie sich dort keine Gedanken um die Visa machen. Und zum zweiten geht es um die Kosten. Einen amerikanischen Studienabschluss im eigenen Land zu erwerben, auch wenn die Studiengebühren immer noch höher sind als gewöhnlich, ist doch billiger als ein Aufenthalt in den Vereinigten Staaten."
Und die US-Universitäten? Sie gewinnen an Prestige und können ihre eigenen Einrichtungen stärker internationalisieren. Aber gerade bei Kooperationen mit sehr wohlhabenden Staaten geht es auch ums Geld. Die amerikanischen Universitäten liefern Bildung auf hohem Niveau und lassen sich dafür vom Gastgeberland in barer Münze auszahlen. Das ist allerdings nicht die Mehrheit, merkt Madeleine Green an.
"Bei gut einem Drittel der amerikanischen Institutionen ist das der Fall, besonders bei Projekten im Nahen Osten. Aber viele andere arbeiten mit Partnern vor Ort zusammen oder nutzen privates Kapital. Auch bei der Finanzierung gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Modellen."
Im Fall der Johns Hopkins University aus Baltimore zum Beispiel hat sich das Geschäftsmodell "Bildung gegen Geld” auch nicht wirklich ausgezahlt. Ein Programm in Zusammenarbeit mit der Regierung von Singapur zur Doktorandenausbildung und biomedizinischen Forschung wurde im Jahr 2006 nach zehn Jahren wieder eingestellt. Auf beiden Seiten hieß es damals, der jeweilige Partner habe die Erwartungen nicht erfüllen können. Ob es an den unterschiedlichen - nicht nur - akademischen Kulturen gelegen hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Aber oft genug entpuppen die sich als beträchtliche Herausforderung.
"Wie verändert man den Studienplan, so dass er in den kulturellen Kontext passt? Wie kann man die amerikanischen Lehrkräfte sensibilisieren, die eventuell nur sehr wenig Verständnis für die Kultur ihres Gastgeberlandes besitzen? Auf einer persönlichen und einer pädagogischen Ebene, und auf der Ebene des Lehrstoffes. Und tatsächlich: Einige Kritiker halten die US-Universitäten im Ausland für eine Form von kulturellem Imperialismus."
Andere Kritiker geben zu bedenken, dass in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten sich die amerikanischen Universitäten vielleicht besser den Studierenden im eigenen Land zuwenden sollten.