Dienstag, 20. Februar 2024

Fast sechs Wochen nach Operation
Zweiter Transplantationspatient mit Schweineherz gestorben

Wenige Wochen nach der Transplantation eines Schweineherzens ist der 58-jährige Patient gestorben. Er hatte nach der Operation zunächst große Fortschritte gemacht.

01.11.2023
    Nach der Operation am 20. September hatte Lawrence Faucette (l.) zunächst erhebliche Fortschritte gemacht, jetzt ist er aber gestorben (Archivbild vom 22. September 2023).
    Nach der Operation am 20. September hatte Lawrence Faucette (l.) zunächst erhebliche Fortschritte gemacht, jetzt ist er gestorben (Archivbild vom 22. September 2023). (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Mark Teske)
    Lawrence Faucette, der an einer unheilbaren Herzkrankheit litt, hatte das Schweineherz am 20. September als Ersatz für sein krankes Organ bekommen. Wie die Universitätsklinik in Baltimore mitteilte, habe es in den vergangenen Tagen Probleme gegeben; das Schweineherz habe erste Anzeichen einer Abstoßung gezeigt. Trotz aller Bemühungen der Ärzte sei Faucette am 30. Oktober gestorben. Er war der weltweit zweite Mensch, der das Herz eines Schweins bekam.

    Planungen für ähnliche Operationen auch in Deutschland

    Einem ersten Patienten, dem 57-jährigen David Bennett, war im Januar 2022 ebenfalls an der Uniklinik in Baltimore ein solches Organ implantiert worden. Nach der OP war der Zustand des schwerkranken Mannes zunächst relativ stabil, verschlechterte sich dann jedoch rapide. Rund zwei Monate nach der Transplantation war er gestorben.
    Die sogenannte Xenotransplantation - die Übertragung von tierischen Organen auf den Menschen - wird schon seit den 1980er Jahren erforscht. Schweine gelten dabei als besonders geeignet als Spender, weil ihr Stoffwechsel dem von Menschen ähnelt.
    Auch in Deutschland sind in absehbarer Zeit ähnliche Eingriffe geplant. Die größte Herausforderung - auch bei der Transplantation menschlicher Organe - ist, dass die Körper der Empfänger die Organe annehmen.
    Diese Nachricht wurde am 01.11.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.