
Auch die Waldgebiete westlich und südlich des Harzes in Niedersachsen und Thüringen sind mittlerweile wieder Luchsreviere. Die Experten vom Nationalpark schätzen dort den Bestand auf aktuell rund 70 Luchse. "Das gesamte Vorkommen besteht derzeit aus mindestens 160 Individuen in einem Gebiet "von den östlichen Ausläufern des Harzes bei Eisleben bis zur Weser", sage der zuständige Koordinator Anders.
Die Untersuchungen des Nationalparks zeigen, dass im Ostharz die Luchspopulation auf gleicher Fläche höher ist als in den Höhenlagen des Westharzes. Das ist möglicherweise unter anderem auf ein unterschiedliches Nahrungsangebot zurückzuführen. Hauptsächlich ernähren sich die Harz-Luchse von Rehen und Rotwild.
Da die Gebiete nördlich und östlich des Harzes eher spärlich bewaldet sind, würden sie von Luchsweibchen gemieden, betonte der Experte. Es gebe dort zu wenig Deckung und vergleichsweise wenig Nahrung. Für die Zukunft erwartet Anders neue Ansiedlungen von Weibchen mit Jungtieren eher in Richtung Thüringen, also südlich des Harzes, und westlich bis nach Hessen.
Bis zum Jahr 2006 wurden insgesamt 24 Eurasische Luchse im Oberharz westlich vom Brocken ausgewildert. Zuvor galt der Luchs 200 Jahre als ausgestorben. Nach Angaben des Nationalparks handelt sich um das erste offizielle Wiederansiedlungsprojekt dieser großen Katzenart in Deutschland.
Diese Nachricht wurde am 06.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
