Sondertribunal
Zwölf Militärs in Kolumbien für Morde an Zivilisten verurteilt

In Kolumbien sind erstmals zwölf Militärangehörige wegen der systematischen Ermordung von Zivilisten im Bürgerkrieg verurteilt worden.

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    Sie müssen bis zu acht Jahre gemeinnützige Arbeit für die Opfergemeinschaften leisten, teilte das Sondertribunal in Bogota mit. Die Taten beziehen sich auf den Zeitraum zwischen 2002 und 2008. Soldaten in Kolumbien hatten damals mindestens 6.400 Zivilisten getötet und als Guerillakämpfer ausgegeben, um Prämien zu erhalten.
    Das Urteil gilt als weiterer wichtiger Schritt bei der Aufarbeitung des kolumbianischen Bürgerkriegs. Am Dienstag hatte das Sondertribunal die ehemalige Führungsriege der Guerillaorganisation Farc wegen der Entführung und der Ermordung von mehr als 21.000 Menschen ebenfalls zu Wiedergutmachungs-Maßnahmen verurteilt. Gefängnisstrafen sind im Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Farc von 2016 ausgeschlossen.
    Diese Nachricht wurde am 19.09.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.