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StartseiteSternzeitFranzösische Rechenkunst und preußische Gründlichkeit23.09.2016

170 Jahre Entdeckung von Neptun durch Johann GalleFranzösische Rechenkunst und preußische Gründlichkeit

Vor 170 Jahren vergrößerte sich die damals bekannte Welt über Nacht um rund 50 Prozent. Dies war keine Vorwegnahme der Idee eines expandierenden Universums, die gut 80 Jahre später durch Edwin Hubble formuliert wurde, sondern das Ergebnis französischer Rechenkunst und deutscher Gründlichkeit.

Von Hermann-Michael Hahn

Die "Entdecker" des Planeten Neptun, Johann Gottfried Galle und Jean Joseph Urbain Le Verrier (Berliner St.)
Die "Entdecker" des Planeten Neptun, Johann Gottfried Galle und Jean Joseph Urbain Le Verrier (Berliner St.)

Bis ins späte 18. Jahrhundert schien das Sonnensystem - die damals bekannte Welt - kurz hinter der Bahn des Planeten Saturn an die Fixsternsphäre zu stoßen, welche die sichtbare Welt nach außen abschloss. Dann fand der aus Hannover stammende Wilhelm Herschel einen neuen Planeten, der etwa doppelt so weit von der Sonne entfernt war wie Saturn.

Uranus, wie dieser neue Planet genannt wurde, schien jedoch die Gesetze der Schwerkraft nicht ganz so genau zu nehmen - seine Bahn wich in messbarem Umfang von deren Vorgaben ab.

Der französische Astronom Urbain Jean Joseph Le Verrier glaubte jedoch an die universelle Gültigkeit der Schwerkraft. Er bestimmte mit ihrer Hilfe die Bahn eines noch unentdeckten möglichen Störkörpers, der Uranus vom Kurs abbrachte.

Das von der NASA-Raumsonde Voyager 2 am 21.8.2001 gemachte Foto zeigt den Planeten Neptun. Deutlich zu sehen sind in der Atmosphäre aus (farblosem) Wasserstoff und Helium sowie kleinen Mengen (blauem) Methan, die hellen Flecken. (picture alliance / dpa / epa afp Nasa)Der Planet Neptun, aufgenommen von der Raumsonde Voyager 2 (picture alliance / dpa / epa afp Nasa)

Seine Ergebnisse schickte er per Brief an die Kollegen der Berliner Sternwarte mit der Bitte, an der nämlichen Stelle im Sternbild Wassermann nach diesem hypothetischen Planeten zu suchen.

Tatsächlich fanden Johann Galle und sein Assistent Heinrich Louis d‘Arrest heute vor 170 Jahren den neuen Planeten Neptun nur ein Grad neben der vorausberechneten Position. Dieser war anderthalbmal so weit von der Sonne entfernt wie Uranus - und die Welt war entsprechend größer geworden.

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