• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 09:05 Uhr Kalenderblatt
StartseiteSternzeitBlicke in eine Babygalaxie01.03.2016

Beobachtungen am Rand der WeltBlicke in eine Babygalaxie

Je weiter die Astronomen hinaus ins All sehen, desto weiter zurück geht der Blick in die kosmische Geschichte. Ein Objekt, das 13 Milliarden Lichtjahre entfernt ist, sehen die Forscher so, wie es vor 13 Milliarden Jahren aussah – damals war das Universum erst gut 800 Millionen Jahre alt, also in seiner frühesten Kindheit.

Von Dirk Lorenzen

Das kühle Gas (orange) befindet sich am Rand einer kleinen Galaxie (grün). Falschfarbendarstellung einer Infrarotaufnahme. (Alma)
Das kühle Gas (orange) befindet sich am Rand einer kleinen Galaxie (grün). Falschfarbendarstellung einer Infrarotaufnahme. (Alma)

Je weiter die Astronomen hinaus ins All sehen, desto weiter zurück geht der Blick in die kosmische Geschichte. Ein Objekt, das 13 Milliarden Lichtjahre entfernt ist, sehen die Forscher so, wie es vor 13 Milliarden Jahren aussah – damals war das Universum erst gut 800 Millionen Jahre alt, also in seiner frühesten Kindheit.

Mit der Teleskopanlage ALMA in Chile hat jetzt ein Team um Roberto Maiolino von der Universität im englischen Cambridge erstmals eine ganz junge Galaxie in dieser Ära beobachtet. Bisher hatten sich die Astronomen meist auf die viel helleren Quasare oder große Galaxien mit vielen heißen Sternen konzentriert.

Die ALMA-Teleskopschüsseln in der Atacama-Wüste (ESO)Die ALMA-Teleskopschüsseln in der Atacama-Wüste (ESO)

Denn durchschnittliche Galaxien blieben in dieser Entfernung stets unscharfe Lichtflecken. Doch mit ALMA ließ sich nun untersuchen, wo in der Babygalaxie große kühle Gaswolken vorkommen, die Kohlenstoff enthalten und aus denen sich erst noch Sterne bilden werden.

Wie sich zeigt, befindet sich das kühle Gas eher am Rand der Galaxie, nicht aber im Zentrum: Dort sind offenbar schon viele Sterne entstanden, die mit ihrer Strahlung das restliche Gas weg gepustet haben.

Solche Beobachtungen sind wichtig, um zu verstehen, was in der Anfangsphase des Kosmos passiert ist: Gaswolken haben sich zu Galaxien verklumpt – die ersten Sterne sind entstanden und haben mit ihrer Strahlung das durch den Kosmos wabernde Gas aufgeheizt.

Bis jetzt ließen sich diese Prozesse meist nur in Computermodellen simulieren. Nun aber sind die Forscherinnen und Forscher in der Lage, mit den größten Teleskopen den Galaxien beim Wachsen zuzusehen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk