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StartseiteOn Stage"Launisch und schwankend sind die Frauen"16.06.2017

Britische Musikerin Laura Marling"Launisch und schwankend sind die Frauen"

Laura Marling spielt Folk und Pop - mal Richtung Rock, mal Richtung Jazz. Dabei orientiert sich die Singer/Songwriterin, die Gitarre und Bass spielt, an Joni Mitchell oder Aimee Mann, sucht aber auch interpretatorische Freiheit.

Am Mikrofon: Thekla Jahn

Die Sängerin Laura Marling, hier im Hamburger "Knust" im Mai 2915 (imago/Future Image)
Flexibel und couragiert: Die Musikerin Laura Marling (imago/Future Image)

Mit 27 Jahren hat Laura Marling bereits sechs Alben veröffentlicht. Sie ist extrem produktiv und nutzt auch ihre diesjährige Konzerttour zu "Semper femina" wieder, um gleich am nächsten Album zu schreiben.

"Ich muss immer was tun – lesen, schreiben, singen, spielen – und so schreibe ich täglich entweder einen Song oder ein Gedicht. Das meiste davon ist Müll. Ich schmeiße es weg und denke nie mehr daran. Aber diesen Kanal offenzuhalten ist für mich und meine psychische Gesundheit wichtig: Dinge aufzunehmen, zu verarbeiten und auszudrücken."

Laura Marling ist vielseitig: Mal singt sie eindringlich eine nur auf der Akustikgitarre gezupfte Folkballade, mal überrascht sie mit dialogischen Songtexten und der Dynamik einer Rockbandbesetzung mit E-gitarre, Schlagzeug und Bass. Die Musikerin, die schon mit 16 Jahren ihre erste Folkrockgruppe Noah and the Whale gründete, will sich musikalisch nicht festlegen.

"Es gab eine Phase in meinem Leben, in der ich eine Mischung aus Unschuld und Arglosigkeit, Mut und Naivität verspürte, wie Kinder, die mit dem Fahrrad die Straße runterrasen. Das führte bei mir zu einer großen kreativen Freiheit. Aber jetzt bin ich in einer anderen Phase und verspüre viel größere Verantwortung für den kreativen Output, den ich habe."

Auf ihrem aktuellen Album und der Konzerttour wirkt Laura Marling deutlich selbstbewusster als zuvor. Ihre Stimme ist gereift, ihre Arrangements sind einfallsreich, sie liebt Tempiwechsel und nutzt das gesamte Klangspektrum ihrer Gitarre von zarten Flageolett-Tönen bis zu hart angeschlagenen Akkordfolgen. Stilistisch zitiert sie gerne Sängerinnen wie Joni Mitchell, Suzanne Vega oder Aimee Mann  - aber nur, um sich von diesen Vorbildern zu emanzipieren. So klingen ihre Songs vertraut und sind doch neu.

"Schwankend und launisch sind die Frauen", so lautet ein Vergil-Spruch. Laura Marling greift ihn auf, erforscht ihn fast leitmotivisch in den Songs, die sie für "Semper Femina" geschrieben hat. Bei ihrem Londoner Konzert spielte sie neben den Stücken dieses Albums auch eine Auswahl von Stücken aus den Vorgängerwerken: "I Speak because I can" von 2010, "A Creature I don´t know" von 2011 und "Once I was an eagle" von 2013 - Albentitel wie Zwischenüberschriften zu den Lebensphasen von Laura Marling.

Aufnahme vom 21.3.17 in The Roundhouse, London

Diese Sendung können Sie nach Ausstrahlung online nachhören.

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