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StartseiteGesichter EuropasMazedonien nach dem Machtwechsel11.11.2017

"Bunte Revolution"Mazedonien nach dem Machtwechsel

Über zehn Jahre regierte Nikola Gruevski in Mazedonien, zunehmend autoritär. Als Wahlfälschung und Korruption allzu offenbar wurden, empörten sich die Bürger, gingen auf die Straße - und leiteten so den Weg zu Neuwahlen ein. Was ist aus den Demonstranten der "Bunten Revolution" geworden? Was hat sich verändert?

Von Leila Knüppel

Erinnerungsstücke an die "Bunte Revolution" in Mazedonien: Die Schuhe von Irena Sterijovska und Zamir Mehmeti (Deutschlandradio/ Leila Knüppel)
Erinnerungsstücke an die „Bunte Revolution“ in Mazedonien: Die Schuhe von Irena Sterijovska und Zamir Mehmeti, die sich während der Proteste 2016 kennenlernten – und nun ein Paar sind. (Deutschlandradio/ Leila Knüppel)

Die "Bunte Revolution" - die Demonstranten schleuderten Farbbeutel auf die Regierungsgebäude - ging vor allem von jungen Menschen aus, die ihr Land ändern, sich für ihre Zukunft in einer demokratischen Gesellschaft einsetzen wollten. Wir begleiten Demonstranten von damals durch das Skopje von heute. Biljana Ginova war von Beginn an dabei, ebenso wie ihre Freundinnen Kália und Ivana.

Seit dem Frühjahr hat Mazedonien eine neue Regierung unter Führung der Sozialdemokraten. Wie blicken die Demonstranten jetzt, wenige Monate nach dem Regierungswechsel, auf ihr Land? Was erhoffen sie sich von ihrer Zukunft?

Bunt angestrahlte klassizistische und barocke Fassaden in der Innenstadt der mazedonischen Hauptstadt Skopje (Deutschlandradio/ Leila Knüppel) (Deutschlandradio/ Leila Knüppel) Was wird aus der Hauptstadt des Kitschs?
Für Mazedoniens Ex-Ministerpräsident Nikola Gruevski waren die neuen Statuen und Gebäude in Skopje Symbol für die Größe Mazedoniens, für die Demonstranten der "Bunten Revolution" Zielscheiben für ihre Farbbeutel.

Irena Sterijovska 2016 bei der "Bunten Revolution" in Mazedonien (pa /dpa /Georgi Licovski) (pa /dpa /Georgi Licovski) Romeo und Julia auf dem Balkan
Irena liebt Zamir. Zamir liebt Irena. Das klingt einfacher, als es ist. Denn Irena ist Slawo-Mazedonierin und Zamir Albaner. Ihre Beziehung ist für viele in Mazedonien noch ein Tabu. Bei der "Bunten Revolution" aber demonstrierten beide Volksgruppen gemeinsam.

Blick auf eine Brücke über den Fluss Vardar in Mazedoniens Hauptstadt Skopje (Imago) (Imago) Ein Leben im Abseits
Der konservative Kurs der ehemaligen Regierung hat das Leben homosexueller Mazedonier nicht gerade leichter gemacht. Oft wurden sie in den vergangenen Jahren Opfer von Übergriffen oder Diskriminierung. Auch in der eigenen Familie, so wie Alex. Wird Mazedonien seit der "Bunten Revolution" tatsächlich bunter?

Zdravko Savesk hat in Mazedonien die neue linke Partei "Levica" gegründet (Deutschlandradio/ Leila Knüppel) (Deutschlandradio/ Leila Knüppel) Eine ungewöhnliche Partei
Monatelang sind sie in Mazedonien auf die Straße gegangen, um gegen Wahlfälschung und Korruption zu demonstrieren. Am Ende mit Erfolg. Seit Mai ist eine neue Regierung im Amt. Doch Zdravko Saveski misstraut auch ihr. Er hat kurzerhand eine eigene Partei mitgegründet.

Sängerin auf der Bühne in Skopje während der Musikperformance "Pogan Pagan" (Deutschlandradio/ Leila Knüppel) (Deutschlandradio/ Leila Knüppel) Kunst ist politisch
Proteste gegen die Regierung gab es in Mazedonien nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Kunst: Die einen haben Themen wie Korruption und Geldgier musikalisch verarbeitet, die anderen haben sich an der neuen Architektur abgearbeitet. Eine Art Aufbruch ist aber nur zögerlich zu spüren.

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