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StartseiteCampus & KarriereDer gute Ruf des deutschen Bildungssystems17.05.2017

Chinesische StudierendeDer gute Ruf des deutschen Bildungssystems

Deutschland ist das zweitbeliebteste Einwanderungsland nach den USA - auch für Studierende. Die meisten internationalen Studierenden sind Chinesen, die sich von einem deutschen Universitätsabschluss bessere Berufsaussichten erhoffen.

Von Claudia Euen

Die chinesische Studentin Tang Lisha sitzt am Schreibtisch und lernt im Studentenwohnheim der Chengdu Normal University (picture alliance / Cdsb / Imaginechina / dpa)
Junge Chinesen kommen immer öfter zum Studieren nach Deutschland. (picture alliance / Cdsb / Imaginechina / dpa)
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"Am Anfang konnte ich mich nicht so gut an die neue Umgebung gewöhnen, weil alles fremd für mich war. In Deutschland hatte ich fast keine Freunde und habe auch viele andere Probleme mit der Sparkasse, mit dem Visum...", sagt Zhao Xiaolin.

Vor knapp zwei Monaten kam die 27-Jährige aus Shanghai nach Leipzig. Derzeit lernt sie Deutsch am Studienkolleg. Gerade hat sie die A2-Sprach-Prüfung bestanden, aber sie muss das höhere C2-Level erreichen, um sich überhaupt an einer deutschen Uni bewerben zu können. Dabei hat sie bereits ein Bauingenieur-Studium abgeschlossen und für eine Baufirma gearbeitet. Eigentlich kein schlechter Start ins Berufsleben. Zhao Xiaolin aber legte rund 10.000 Kilometer zurück, um ihre Berufsaussichten zu verbessern. Wenn sie das Sprachdiplom in der Tasche hat, will sie nach Weimar gehen.

"Ich habe sehr viel über Bauhaus Uni gehört. Diese Uni ist in Deutschland sehr berühmt. Wir müssen eine gute Uni studieren, sonst kommen wir nach China zurück, es gibt keinen guten Job."

Immer mehr chinesische Studierende in Deutschland

Der Druck, an die richtige Uni zu gelangen, ist hoch. Denn in China gibt es neben einige Top-Universitäten, andere, die mit ihrer Lehre kaum an die deutsche Hochschulausbildung heranreichen. Auch deshalb zieht der gute Ruf des deutschen Bildungssystems immer mehr Chinesen an. Ihre Zahl ist in den letzten zehn Jahren an den Hochschulen von 25.000 auf rund 35.000 angestiegen. Zudem kosten Leben und Studium weniger als in den USA oder England. 

Kaiyuan Ding lebt seit eineinhalb Jahren in Leipzig. Der 24-Jährige hatte in China Mathematik studiert, bevor er sich hier für Wirtschaftsmathematik bewarb.

"Deutsche Kultur hat sehr großen Einfluss bei uns. Wir haben so viel Gebäude und Wörter, die aus Deutschland kommen. Bei uns heißen Damen auch Damen", sagt Kaiyuan Ding.

Er sitzt in einem chinesischen Restaurant in Leipzig. Hier isst er oft zu Mittag spricht mit anderen Landsleuten in seiner Muttersprache, denn deutsch ist schwer. 

Hohe Sprachbarriere

"Ich kann manchmal nur lesen und kann ich nicht sehr gut hören, verstehen. Manchmal kann ich nicht mit meine deutsche Kollegen sprechen: Sie sprechen sehr sehr schnell und haben Umgangssprache."

Dabei sind junge Chinesen Experten im Spracherwerb. Zwischen 1000 und 2000 chinesische Schriftzeichen lernen Grundschüler in den ersten Schuljahren. Werte wie Fleiß und Ausdauer werden hochgehalten.

Linus Schlüter ist Sinologe und stellvertretender Geschäftsführer des Leipziger Konfuzius-Instituts. Für ihn führt genau das zu Problemen, wenn sich chinesische Studierende im deutschen Unisystem zurechtfinden sollen.

"Die Diskussion, die ich kenne von Studierenden: Was muss ich machen, damit ich 100 Prozent kriege. Da kommt meine Antwort: Nein, es gibt nicht 100 Prozent. Es gibt eine Anforderung. Sie sollen eine Arbeit schreiben, sie sollen ein Referat halten. Entscheiden Sie selber wie viel Zeit Sie investieren wollen, wie Sie es aufbereiten. Da fühlen die sich häufig etwas hilflos. Verständlicherweise."

Deutschland nur als Zwischenstation

Mit Sprachkursen und Teezeremonien fördert das Konfuzius-Institut den Kulturaustausch zwischen Deutschland und China. Auch die Universität Leipzig unterstützt chinesische Studierende seit 1999 mit einem Studienvorbereitungsprogramm namens Panda.

"Damals wurde das Programm gegründet, weil man gemerkt hat, dass Chinesen eine Gruppe bilden, bei der immer wieder Probleme sind: Zum Beispiel, dass die Sprachkompetenzen am Ende vom Studium waren immer noch sehr gering waren. Aber man auch gemerkt hat, dass die Gruppe der chinesischen Studierenden oft unter sich geblieben ist", sagt Panda-Koordinatorin Ann-Christine Niepelt.

Zhao Xiaolin hat schon nach kurzer Zeit vieles zu schätzen gelernt. Die Freundlichkeit der Leute zum Beispiel oder, dass es weniger Staus gibt. Dennoch bleibt Deutschland für sie nur eine Zwischenstation, so wie auch für Kaiyuan Ding. 

"Falls ich Chance habe, möchte ich in Deutschland vier bis fünf Jahre arbeiten, danach nach China zurückgehen."

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