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"Das Land ist politisch gespalten"

Politikwissenschaftler über den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf

Michael Werz im Gespräch mit Dirk Müller

Enges Rennen um die Präsidentschaft: Eine Wahlkampfhelferin in Kalifornien hält Sticker mit der Aufschrift "I Voted".
Enges Rennen um die Präsidentschaft: Eine Wahlkampfhelferin in Kalifornien hält Sticker mit der Aufschrift "I Voted". (picture alliance / dpa / Michael Nelson)

Im US-Wahlkampf werde deutlich, dass das alte gegen das junge Amerika antrete, sagt der Politologe Michael Werz. Vereinfacht gesagt würden junge Amerikaner und Minderheiten die Demokraten, die alt eingesessenen Weißen eher die Republikaner favorisieren.

Dirk Müller: In Washington begrüßen wir den Politikwissenschaftler Michael Werz vom Center for American Progress in der amerikanischen Hauptstadt. Guten Morgen!

Michael Werz: Hallo Herr Müller.

Müller: Herr Werz, die Spannung steigt gerade auch in den USA. Bereuen Sie es machmal auch, kein Amerikaner zu sein, nicht mitwählen zu dürfen?

Werz: Ja, das ist schon ein bisschen deprimierend. Alle Leute gehen wählen, stehen sich stundenlang die Beine in den Bauch, frieren und man kann an diesen Geschichten nicht teilhaben. Aber es ist wie es ist und die Wahl zu beobachten macht ja auch Spaß.

Müller: Warum gibt es diese Schlangen, das haben sich schon viele gefragt, auch viele Hörer, viele Zuschauer, die die Fernsehbilder heute gesehen haben.

Werz: Das hängt damit zusammen, dass 120 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner wählen gehen. Die Wahlbeteiligung ist offensichtlich noch höher, als sie 2008 gewesen ist. Das heißt, das System ist an der Belastungsgrenze. Es hängt natürlich auch damit zusammen, dass viele Leute an den Stoßzeiten wählen gehen. Hier wird ja an einem Wochentag, an einem Dienstag, die Wahl ausgetragen, nicht an einem Wochenendtag wie in vielen europäischen Ländern. Das heißt, die Leute gehen morgens um sieben, acht oder neun Uhr wählen oder nach der Arbeit am späten Nachmittag oder frühen Abend, da kommt es dann natürlich zu längeren Wartezeiten.

Das vollständige Gespräch mit Michael Werz können Sie mindestens bis zum 05.05.2013 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Mehr zum Thema:

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