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StartseiteLyrixDie »lyrix«-Gewinner im Februar 201323.04.2013

Die »lyrix«-Gewinner im Februar 2013

Wie viel Einfluss und Macht haben Medien in unserer Gesellschaft? Wie verlässlich und unabhängig sind die Nachrichten? Und wie haben sich Medieninhalte durch den rasanten technischen Fortschritt geändert?

Druckmaschine "Gudrun" (Museum für Druckkunst Leipzig)
Druckmaschine "Gudrun" (Museum für Druckkunst Leipzig)

Im Februar 2013 waren wir mit dem Thema Druckreif - Medien und Fortschritt zu Gast im Museum für Druckkunst in Leipzig. Dort kann eine immer noch funktionstüchtige Buchdruckmaschine namens "Gudrun" besichtigt werden.
Die 1939 erbaute "Gudrun" war und ist in der Lage, mehr als 2000 Bogen pro Stunde zu bedrucken – für die damalige Zeit eine beachtliche Leistung. Mit dem technischen Fortschritt wuchs die Einflussmöglichkeit der Presse und später auch anderer Medien enorm. Heute verbreiten sich Informationen vor allem über das Internet in bahnbrechender Geschwindigkeit. Es wird immer schwieriger nachzuvollziehen, wie und wo Informationen entstanden sind und ob sie authentisch sind oder manipuliert wurden?!

In euren Texten schreibt ihr über Medien, die uns falsche Wahrheiten einflößen wollen, die Macht geschickt eingesetzter Worte und den rasanten Fortschritt der Verbreitungswege.

Wir präsentieren die Top 5 eurer druckreifen Texte!


Gesang der Gemäuer in fruchtbarem Boden
(ehemals)


heute hatte
es geregnet Planen
hingen durch wir
stießen dagegen von
unten Wasserfälle für
Sekunden noch
wussten wir, wie Regen auf Ziegeln
klang an Fensterscheiben der
Tag war uferlos
deine Hände alt geworden
nach den Jahren
wusste ich nicht mehr vor wem
wir flüchteten
auch du nicht
wer
interessiert sich schon
für das Glück
durchnässt sehen wir
zu wie unser Leben
druckreif wird

(Ansgar Riedißer aus Renningen, Klasse 9, Gymnasium Renningen, Muttersprache Deutsch)


Coda

Hochflut, Sintflut, währenddessen
Überflutung überall in
Zeitungen und Abendblättern
durch die Bilder letzter Nacht
von Prominenz Affären.

Wirbelsturm und Hurrikan
das Überfliegen von den Seiten
bis vor zu den Bagatellen:
Make-up Tipps und Schminke, die
die Wahrheit retuschiert.

Wen intressiert noch Klimawandel?
Politische Entscheidungen?
Zu prosaisch, zu moralisch
Silben überlagern man
mit nichts als Nichtigkeiten.

Farben, Blitze, Explosionen,
hinter uns, das Ende naht
verwirrte Blicke, Überraschung,
waren wir doch zu beschäftigt
mit den schönen Bilderseiten,

als die Welt zusammenbrach

(Marleen Köller aus Buchholz, Klasse 10, Albert-Einstein-Gymnasium, Muttersprache Deutsch)


Teurer als Pferde

Geschrieben von heiliger Möncheshand
bis Gutenberg den Buchdruck erfand

Was früher einzigartig erschien
in Prag, in Moskau, in Berlin

gibt es nun in großer Zahl
Tausende Bücher - man hat die Wahl

Jahrhunderte lang Goldbarren wert
dann wie ein Haus, ein Schiff, ein Pferd

Sie werden gedruckt-
blitzesschnell
Keins ist mehr individuell

(Lucie Roth aus Köln, Montessori-Gymnasium Köln, Klasse 7, Muttersprache Deutsch)


Wunderwelt Werbung

Die Agentur ist weltbekannt,
erstrahlt in Reichtum, Ruhm und Glanz.
Mit viel Geschick und Fantasie
verstrickt sie Wahrheit mit Poesie.

Der erste Kunde ruft schon an,
fragt mich, ob ich ihm helfen kann.
Die Zahnpasta verkauft sich nicht!
Ich seh‘, es ruft nun meine Pflicht.

Der "Sauberfix" aus diesem Haus-
nur damit siehst du blendend aus.
Sehr wertvoll zum Zähneputzen,
auch als Schuhcreme zu benutzen.

Willkommen in der Werbewelt!
Ob man sich an Versprechen hält?
Ob dich der Joghurt dünner macht
und in dir neue Kraft entfacht?

Dass dieses Buch Erfolg verspricht
und du damit den Wunschjob kriegst;
dass jene Pille zaubern kann
entspricht der Wahrheit, so glaubt man.

Mit süßen Worten, nettem Ton
klappt es in dieser Branche schon.
Denn was ist schon die Wirklichkeit,
wenn Lug und Trug Flügel verleiht?

Doch irgendwann bricht alles ein,
denn Werbespots sind doch nur Schein.
Das Kleingedruckte kommt ans Licht.
O tut mir leid, das wollt‘ ich nicht.

(Jing Wu aus Dortmund, Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Muttersprache: Chinesisch)


Das Fernsehn-Unser

Fernsehn unser
Geheiligt sei dein Programm,
deine Werbung komme,
dein Wille geschehe,
wie in den Studios,
so auch zuhause.

Unsere Nachrichten zeige uns heute,
und vergib uns wenn wir schalten,
wie auch wir vergeben dir die langweiligen Programme.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von der Langeweile.

Denn dein ist die Zeit
und die Schrift
und das Bild
in Ewigkeit,
FILM AB!


(Annabelle Kahmann aus Wuppertal, Klasse 11, Gymnasium am Kothen, Muttersprache Deutsch)

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