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Die Republik im Klassenzimmer

Der Alltag im französischen Schulsystem

Mit Reportagen von Suzanne Krause, Redakteur am Mikrofon: Norbert Weber

Seit 140 Jahren werden die republikanischen Werte über jedem Schultor eingemeißelt.
Seit 140 Jahren werden die republikanischen Werte über jedem Schultor eingemeißelt. (AP)

"Die Schule ist in Frankreich als 'Schule der Republik' mehr als eine reine Bildungsinstitution. Sie ist begründet in der Devise 'Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit' sowie in der Einheit der Nation und versteht sich als eine Garantin der Werte der Republik", schreibt das französische Erziehungsministerium in einem deutschsprachigen Webauftritt. Ein Auftrag, den die Politiker schon vor fast 140 Jahren formulierten. Seither werden die republikanischen Werte über jedem Schultor eingemeißelt.

Die Mittel, die zur Umsetzung dieser hehren Ideale eingesetzt werden, wirken beeindruckend: die Education Nationale ist der wichtigste Arbeitgeber im Land; das Budget für die Bildung verschlingt ein Fünftel des gesamten Staatshaushaltes. Kurzum: Das nationale Erziehungs- und Bildungswesen ist ein Staat im Staat. Ein Mammut, beklagt mancher, allen voran jeder frischgebackene Fachminister, der eine Reform startet – die häufig an der Starrheit des Systems scheitert.

Nun hat auch Staatspräsident Nicolas Sarkozy, kaum im Amt, eine umfangreiche Neustrukturierung der Schule angekündigt, mit dem Ziel: "einem jeden Schüler ein Maximum zu geben, statt sich damit zu bescheiden, allen nur ein Minimum zu verschaffen." Doch im Alltag sorgen vor allem staatliche Sparmaßnahmen dafür, dass in der Schule heute die sozialen Unterschiede verschärft werden.

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