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StartseiteCampus & KarriereElf gegen die ZVS12.02.2009

Elf gegen die ZVS

Universitäten steigen aus dem ZVS-Verfahren aus

Elf Hochschulen haben den Aufbau eines eigenen Studienplatz-Vergabe-Systems angekündigt. Dazu wollen sie ihre Termine für Bewerbung und Einschreibung künftig vereinheitlichen. So könne man Studienbewerbern schneller verbindliche Zusagen geben, sagte Burkhard Warninck, Leiter der Abteilung Studium und Lehre an der beteiligten Universität Hamburg.

Burkhard Warninck im Gespräch mit Ulrike Burgwinkel

Einige Universitäten wollen ihre Studienplätze in gemeinsamer Absprache vergeben. (AP)
Einige Universitäten wollen ihre Studienplätze in gemeinsamer Absprache vergeben. (AP)

Ulrike Burgwinkel: Drei Buchstaben sind derzeit auf dem Campus und rundum, also auch bei uns, recht häufig zu hören: ZVS. Abschaffung, Umbau, Chaos bei der Studienplatzvergabe - meist sind es wenig schmeichelhafte Dinge. Heute nun traten elf Hochschulen an die Öffentlichkeit und stellten ihren eigenen Verbund vor, der die Studienplatzvergabe regeln soll. Federführend ist die Uni Hamburg. Den Leiter der Abteilung Studium und Lehre dort, Burkhard Warninck, habe ich gefragt, was genau denn vorgesehen ist.

Burkhard Warninck: Wenn möglichst viele und vor allen Dingen auch die großen Hochschulen zu einem einheitlichen Zeitpunkt ihre Zulassungsbescheide versenden, dass dann für die Bewerber nicht mehr die Notwendigkeit besteht, mehrere Plätze anzunehmen, weil sie zu einem bestimmten Zeitpunkt X wissen, ob sie von ihrer Hochschule oder einer anderen eine Zulassung haben.

Das ist eigentlich der ganz wesentliche Punkt dieses Lösungsmodells. Und mittlerweile - es sind ja ursprünglich elf Universitäten, Hochschulen gewesen, und wir sehen, dass ein reger Zulauf da ist und dass auch die großen Universitäten sich alle für die Initiative erwärmen und auch zugesagt haben, sodass davon auszugehen ist, dass dieser Mechanismus auch funktionieren wird.

Burgwinkel: Wie organisieren Sie das denn?

Warninck: Man einigt sich einfach auf einen Zulassungszeitraum. Vorgesehen ist der 7. bis 14. August. Wenn jetzt alle Universitäten zu diesem Zeitpunkt gleichmäßig zulassen, dann wissen alle Bewerber ab dem 14. August, wo sie denn wirklich einen Platz haben. Bisher ist es ja so, dass diese Zulassungsakte verteilt sind über ganz erhebliche Zeiträume.

Burgwinkel: Gibt es denn weiterhin noch die Möglichkeit, sich zu informieren über offene Plätze, wenn man den Platz jetzt nicht bekommen hat, den man gern hat haben wollen?

Warninck: Was Sie jetzt ansprachen, das ist die sogenannten Chancenbörse. Das ist die Vorstellung, dass die Hochschulen, die sich jetzt hier zusammenfinden, gemeinsam eine Darstellung geben, eine stets aktualisierte Darstellung. Und die Vorstellung ist, dass dann die Bewerber von diesen Seiten aus die Angebote dann verlinkt sind mit den einzelnen Hochschulen und dann dort in die Verfahren reingehen können.

Das ist eigentlich ein Service für die Studierenden, auf einen Blick sehen zu können, ach, wenn ich das jetzt nicht gekriegt habe an meiner Wunschhochschule, aber ich wollte vielleicht auch noch das machen, das gibt es dort, ja, das wäre noch etwas für mich. Das ist also noch ein zusätzlicher Service, der sich anbietet, wenn man ohnehin jetzt nun schon mal einen Verbund herstellt.

Burgwinkel: Das wird die Hochschulrektorenkonferenz auch sehr freuen.

Warninck: Also ich will jetzt nicht kommentieren, wen es freuen wird und wen es nicht freuen wird. Für uns ist eigentlich immer im Vordergrund gewesen, wie können wir ein Verfahren… Aus der Sicht der Universität Hamburg: Wir haben ja ein sehr leistungsstarkes und komfortables Bewerbungs- und Zulassungsverfahren. Mit unserer Software CampusNet sind wir richtig gut aufgestellt. Und solche Hochschulen wollen natürlich nicht gerne ihre Möglichkeiten, den Kontakt mit den Studieninteressierten selber zu gestalten und auch zu formen, aus der Hand geben.

Das ist nachvollziehbar. Und der Charme dieses Systems ist ja, dass man dieses eigentliche Problem, was ja immer ein bisschen, in meinen Augen überzogen, als Bewerbungschaos und was alles dort verwendet worden ist, beschrieben wird, es geht ja letztlich darum, eine bestimmte Mehrarbeit sozusagen abzubauen und für die Studienbewerber schneller verbindliche Zusagen geben zu können. Und das erreicht man mit diesem Verfahren relativ schnell, ohne dass man irgendwelche Risiken eingeht, die ja mit komplexen Softwaresystemen, wie wir alle wissen, ja immer verbunden sind.

Das war eigentlich unser Ziel. Wir wollen auf dem Servicestand, den wir mittlerweile erreicht haben, und das geht ja vielen Hochschulen so, den wollen wir halten und in diesem System eben einfach nur die Dinge optimieren, die noch stören.

Burgwinkel: Vielen Dank für das Gespräch.

Warninck: Gerne.

Burgwinkel: Burkhard Warninck war das, der Leiter der Abteilung Studium und Lehre an der Universität in Hamburg.

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