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StartseiteCampus & KarrierePerspektivwechsel für Kursleiter20.06.2017

Erasmus+ in der ErwachsenenbildungPerspektivwechsel für Kursleiter

Wer Fortbildungen für Erwachsene durchführt oder plant, kann über Erasmus+-Zuschüsse für Auslandsaufenthalte bekommen. Voraussetzung ist, dass sie der fachlichen Weiterentwicklung dienen und nicht länger als zwei Monate dauern. Wie die Förderung funktioniert, erklärt Mobilitätsberaterin Julia Francke im Dlf.

Julia Francke im Gespräch mit Markus Dichmann

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Mehrere Wörterbücher stehen auf einem Tisch in einer Schule. Im Hintergrund ist eine Tafel zu sehen, vor der eine Frau steht. (picture alliance / dpa / Marcus Führer)
Erasmus+ fördert Auslandsaufenthalte von Trainern, Dozenten oder Organisatoren in der Erwachsenenbildung - zum Beispiel für Sprachkurse. (picture alliance / dpa / Marcus Führer)

Auf dem Bild ist Julia Francke zu sehen. (Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V.)Julia Francke (Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V.)Julia Francke ist beim Landesverband der Volkshochschulen in Schleswig-Holstein zuständig für das Projekt "Europ@vhs", das im Rahmen des Erasmus+-Programms beantragt wurde. Das Projekt richtet sich an Kursleitende und Planende an Volkshochschulen, die im Sprachenbereich unterrichten. Sie hatten die Möglichkeit, mit selbst organisierten Fortbildungen im europäischen Ausland Sprachkurse oder Teacher-Trainings zu besuchen bzw. in einer Erwachsenenbildungseinrichtung zu hospitieren. Frau Francke hat Mitarbeitende von Volkshochschulen in Schleswig-Holstein hinsichtlich der Planung und Durchführung ihrer Aufenthalte beraten. 

Die wichtigsten Informationen im Überblick:

Welche Voraussetzungen müssen Weiterbildner erfüllen, um eine Förderung zu erhalten?

Man muss zunächst wissen, dass Erasmus+ Auslandsaufenthalte – also Fortbildungen, Job-Shadowing und Praktika - von Beschäftigten fördert, die als Trainer, Dozenten oder Organisatoren in der Erwachsenenbildung tätig sind – und zwar egal ob sie haupt-, neben- oder freiberuflich arbeiten. Diese Möglichkeit ist nicht sonderlich bekannt. Bezuschusst werden zum Beispiel Fahrt-Aufenthalts-  und Kurskosten.

Die Förderung für die Fortbildungskurse im Ausland können die Weiterbildner allerdings nicht selbst beantragen. Die Projekte werden von Einrichtungen der Erwachsenenbildung organisiert – zum Beispiel durch Volkshochschulen.

Für unser Projekt konnten sich Kursleitende und Programmverantwortliche aus dem Sprachenbereich bewerben. Die Kurse der Teilnehmenden wurden individuell ausgewählt hinsichtlich ihrer Kompetenzen und des Bedarfs im Sprachenbereich der jeweiligen VHS. Unsere Voraussetzung war lediglich, dass die Teilnehmenden an einer Volkshochschule in Schleswig-Holstein unterrichten.

Was sind oft Schwierigkeiten auf dem Weg ins Ausland?

Ziel des Projektes war es, Kursleitendende an Volkshochschulen bei Fortbildungen im Ausland so zu schulen, dass sie einerseits ihre eigenen Kompetenzen ausbauen können und andererseits der Sprachenunterricht an den Volkshochschulen von den Aufenthalten profitiert – etwa durch ein neues Kursangebot, den Einsatz neuer Lehrmethoden innerhalb der bestehenden Kurse, oder die Bereitstellung von im Ausland erhaltener geeigneter Unterlagen. Hin und wieder fiel es den Teilnehmenden allerdings schwer, das passende Angebot zu finden.

Über Ihre Erfahrungen vor Ort haben die Teilnehmenden in Lerntagebücher berichtet, die wir in einem Blog zum Nachlesen gebündelt haben.

Was leistet das Erasmus+ Programm aus Ihrer Sicht?

Die Reisen innerhalb des Mobilitätsprogramms helfen den Lehrenden dabei, ihre Kenntnisse in der Kultur des Landes zu vertiefen, deren Sprache sie unterrichten. Bei Fortbildungen im Ausland ist zudem ein vollkommendes Eintauchen in die Sprache möglich, schließlich wendet man den ganzen Tag die Sprache an, die man zu Hause unterrichtet.

In allen Sprachkursen, Teacher-Trainings und Hospitationen in europäischen Erwachsenenbildungseinrichtungen, die unsere Teilnehmenden besucht haben, waren immer auch noch Menschen aus anderen Staaten, auch außerhalb Europas. Das fördert das gegenseitige Verständnis füreinander und die interkulturellen Kompetenzen der Teilnehmenden. Viele haben davon berichtet, dass sie auch den fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern besonders interessant und befruchtend fanden.  

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