Wirtschaft am Mittag / Archiv /

 

Erklärwerk: Die EFSF

Europa stützt sich selbst mithilfe der EFSF
Europa stützt sich selbst mithilfe der EFSF (picture alliance / dpa - Uli Deck)

Drei Länder stehen bereits auf der Empfängerliste des Rettungsfonds EFSF: Irland, Portugal und Griechenland. Zypern hat Hilfe beantragt. Und Spanien wurden schon 100 Milliarden Euro zur Rettung seiner Banken in Aussicht gestellt. Wir erklären, wie die EFSF funktioniert.

Die Europäische FinanzStabilisierungsFazilität wurde im Juni 2010 gegründet. Und gut ein halbes Jahr später, im Januar 2011, gab der EFSF seine erste Anleihe aus. Fünf Milliarden Euro sammelte er dabei auf dem Kapitalmarkt ein. Dieses Geld floss als Kredit nach Irland. Die Anleger bekommen dafür vom EFSF Zinsen: knapp 2,9 Prozent pro Jahr. Irland zahlt seinerseits an den EFSF 5,9 Prozent. Solange der Schuldner nicht ausfällt, profitieren also beide: der EFSF, weil er mehr Zinsen bekommt, als er ausgibt. Irland, weil es niedrigere Zinsen zahlt als auf dem freien Kapitalmarkt.

Seit September 2011 darf der EFSF aber noch deutlich mehr: Er kann Anleihen der Schuldnerstaaten kaufen, um deren Rendite niedrig zu halten. Er kann den Staaten Geld zur Bankenrettung geben. Und er kann wackelnden Staaten eine vorsorgliche Kreditlinie zusichern, um deren Gläubiger zu beruhigen.

Der EFSF läuft 2013 aus. Der permanente Rettungsschirm ESM wird ihn ersetzen. Welche Probleme sollen damit behoben werden?

Annette Riedel aus dem Studio Brüssel:

"Das Hauptproblem beim EFSF ist, dass er nicht in dem Maße Geld verleihen kann, wie ihm eigentlich zur Verfügung steht. Das hat etwas damit zu tun, dass er sehr hohe Sicherheitsrücklagen einbehalten muss. Das ist jetzt beim ESM anders. Denn der wird glaubwürdiger allein dadurch, dass da tatsächlich Kapital eingezahlt wird. Und dieses Kapital wird von allen Euroländern aufgebracht werden – auch im Unterschied zum EFSF, wo die Länder, die Unterstützung bekommen haben, für die Finanzierung der Garantien natürlich rausgefallen sind."

780 Milliarden Euro

Das Programm "billige Zinsen für Schuldnerstaaten" kann nur funktionieren, wenn der Rettungsfonds über exzellente Ratings verfügt. Insgesamt kann er 440 Milliarden Euro ausgeben. Die Mitgliedstaaten müssen diese Summe mit Bürgschaften in Höhe von 780 Milliarden Euro absichern.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Wirtschaft am Mittag

Uber-VerbotFahrdienst fährt trotzdem in Berlin

Die Handy-Apps "Uber" und "Taxi Berlin" sind am 11.06.2014 auf einem Smartphone in Berlin zu sehen.

Der Fahrdienstvermittler Uber ist Taxifahrern schon lange ein Dorn im Auge. Die Branche fürchtet Einnahmenverluste und ist deshalb gegen Uber vor Gericht gezogen. Heute wurde der Dienst per einstweiliger Verfügung gestoppt - allerdings ist er dennoch in Berlin verfügbar.

DetroitInsolvenzverfahren wird eröffnet

RusslandEU-Kommission prüft weitere Sanktionen

Gruppenbild nach dem EU-Sondergipfel in Brüssel (Ausschnitt)

Die Europäische Union diskutiert über weitere, verschärfte Sanktionen gegen Russland. In dieser Woche noch prüft die Kommission die Optionen, die Mitgliedstaaten ringen um eine gemeinsame Linie. Denn Strafmaßnahmen können auch für die eigene Wirtschaft teuer werden.