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Seit 18:40 Uhr Hintergrund
StartseiteMarktplatzFlinkster oder Cambio?12.01.2012

Flinkster oder Cambio?

Beim Carsharing lohnt der Vergleich

Die Deutsche Bahn ist mit ihrem Flinkster schon länger im Carsharing Geschäft - auch in Köln. Der größte Carsharing-Anbieter dort heißt Cambio. Ein Test zeigt, welches Unternehmen für welchen Kunden attraktiv ist und wie man zum Carsharer wird.

Von Susanne Kuhlmann

Carsharing lohnt sich nicht für alle. (AP)
Carsharing lohnt sich nicht für alle. (AP)

Wer bei der kostenpflichtigen Hotline von Flinkster, dem Angebot der Deutschen Bahn nachfragt, wie man Kunde werden kann, wird auf die Online-Registrierung im Internet verwiesen und darauf aufmerksam gemacht, dass eine Bonitätsprüfung bei der Schufa stattfindet.
Auch bei Cambio werden Privatkunden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Außerdem macht das Team gleich zu Anfang auf die für alle künftigen Kunden obligatorische Einführungsveranstaltung im nächstgelegenen Cambio-Büro aufmerksam. Als Kunde wird erst registriert, wer daran teilgenommen und 30 € als einmalige Anmeldegebühr bezahlt hat. Auch viele künftige Flinkster-Kunden müssen eine einmalige Gebühr zahlen, erläutert Rolf Lübke, Geschäftsführer bei DB-Fuhrpark in Frankfurt. Bei Flinkster meldet man sich ausschließlich online an.

"Wir haben für den Normalkunden 50 € Registrierungskosten. Der Bahnkunde zahlt keine Registrierung. Der Bahncardkunde, aber auch Kunden von Verkehrsverbünden. In Köln haben wir zum Beispiel ein Abkommen mit der KVB, in Stuttgart mit dem Verkehrsverbund, in Berlin – also die bekommen den verbilligten Einstiegspreis. Also in diesem Fall ist es sogar ohne Grundgebühr."

Wer registriert ist, hat bei beiden Anbietern kein Problem, spontan einen Wagen zu buchen. Wie schnell das bei Cambio klappt, erklärt Tanya Bullmann aus der Marketingabteilung.

"Prinzipiell ist es so, dass Sie bis zu einer Stunde vorher buchen können. Sie können auch ein halbes Jahr vorher buchen. Beispielsweise macht das Sinn, wenn man für ein Umzugswochenende ein großes Fahrzeug braucht wie einen Transit, dann macht es Sinn, sich ein bisschen früher darum zu kümmern. Wenn man aber einen der Standard-Preisklasse-1-Kleinwagen benötigt, dann kann das eine Stunde vorher problemlos funktionieren."

Flinkster – Nomen est omen - ist noch flotter – auch dank einer App fürs Handy.

"Drei Minuten – die Zeit brauchen wir von der Buchung bis zur Übersendung des Signals. Wenn Sie sagen: Ich stehe vorm Auto, ich bin spontan dran, ich möchte ein Fahrzeug buchen, rufen Sie an oder nehmen Sie das App – drei Minuten später ist das Fahrzeug frei geschaltet."

Deutlicher unterscheidet sich die Art der Preisgestaltung bei den Unternehmen. Cambio bietet seinen Kunden einen Start-Tarif für Wenigfahrer an, der 3 € Grundgebühr im Monat kostet oder einen sogenannten Aktiv-Tarif für 10 €. Der Aktiv-Tarif reduziert den Zeitpreis und den Kilometerpreis.

"Wir haben Kunden, die zum Beispiel kurz bevor sie in Urlaub fahren einen Tarifwechsel durchführen, weil sie genau diesen Monat im Jahr extrem viel fahren und ansonsten fast gar nicht, weil sie alles andere hier in der Innenstadt – arbeiten, wohnen – alles mit dem Rad machen. Die wechseln für diesen einen Monat in einen anderen Tarif und gehen danach wieder zurück."

Flinkster hat seit anderthalb Jahren sogenannte Lokaltarife für Berlin, Köln und Stuttgart und einen bundesweiten Tarif. Die Lokaltarife, die es in Kombination mit einem Abonnement der Nahverkehrsbetriebe gibt, sind für Wenigfahrer günstiger als der bundesweite Tarif. Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich aber für den Einheitspreis entscheiden. Ein kurzfristiger Wechsel von einem Tarif in den anderen ist – anders als bei Cambio - nicht möglich.
Beide Unternehmen bieten Wagen unterschiedlicher Größe an: Vom wendigen Stadtflitzer bis zum großräumigen Transit. Und sowohl Flinkster als auch Cambio schränken die Auswahl für junge Fahranfänger ein. Tanya Bullmann von Cambio:

"Als Mindestbedingung gilt, zwei Jahre den Führerschein oder 25 Jahre alt. Das heißt, jemand, der mit 17 schon den Führerschein macht, also dieses eine Jahr, wo die Eltern mitfahren müssen, der kann schon mit 19 ganz regulär hier Kunde werden. Und für alle, die jünger sind oder den Führerschein kürzer haben, gibt es Sonderregelungen."

Sie bekommen zunächst nur kleinere Wagen, und das sieht bei Flinkster ähnlich aus.

"Wir haben lediglich eine Begrenzung, dass wir die großen Fahrzeuge erst Nutzern geben, die 25 Jahre alt sind. Aber wenn Sie ein kleines Fahrzeug, ein mittleres Fahrzeug fahren wollen, können Sie heute den Führerschein gemacht haben – eine Stunde nach Besitz des Führerscheins können Sie ins Car-Sharing-Auto steigen und fahren."


Mehr zum Thema:
Carsharing.de

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