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StartseiteNachrichten vertieftSpendepflicht für Supermärkte22.05.2015

FrankreichSpendepflicht für Supermärkte

Frankreich setzt ein Zeichen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Das Parlament beschloss ein Gesetz, wonach große Supermärkte unverkaufte Lebensmittel nicht mehr zerstören dürfen. Reste müssen entweder an soziale Hilfseinrichtungen gehen oder zu Tierfutter oder Kompost für Bauernhöfe verarbeitet werden.

 Lebensmittel liegen am Dienstag (13.03.2012) in einer Mülltonne in Frankfurt (Oder) (pa/dpa/Pleul)
Spenden statt wegwerfen: Frankreich will die Lebensmittelverschwendung bekämpfen. (pa/dpa/Pleul)
Weiterführende Information

Initiative "Zu gut für die Tonne" - Lebensmittel-App für den Kochtopf
(Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher, 24.06.2014)

Lebensmittelverschwendung - Haltbarkeitsdatum für bestimmte Produkte auf dem Prüfstand
(Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher, 19.05.2014)

Lebensmittelverschwendung - Krumme Gurken im Supermarkt
(Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher, 12.11.2013)

In Frankreich landen pro Person 20 bis 30 Kilogramm Essen jährlich im Müll. Die Regierung will die Lebensmittelverschwendung bis 2025 halbieren. Dazu soll das neue Gesetz ein wichtiger Schritt sein. "Es ist skandalös, dass Supermärkte Bleichmittel auf essbare Lebensmittel schütten", sagte der Abgeordnete Guillaume Garot, der die Initiative angestoßen hatte.

Einzelhändler müssen sich durch das neue Gesetz bemühen, Abfälle zu vermeiden oder die unverkauften Lebensmittel spenden. Alternativ können sie auch für Tierfutter oder für landwirtschaftliche Zwecke kompostiert werden. Super- und Verbrauchermärkte mit einer Größe von mehr als 400 Quadratmetern werden dazu verpflichtet, eine Vereinbarung mit einer Hilfsorganisation zu schließen, um Lebensmittel künftig an diese weiterzugeben. Außerdem soll die Lebensmittelverschwendung stärker im Schulunterricht thematisiert werden.

Einzelhandelsverbände kritisieren die Initiative. Das Gesetz sei falsch, sagte Jacques Creyssel von der Fédération du Commerce et de la Distribution in einer Erklärung. Der Einzelhandel sei nur für fünf Prozent der Lebensmittelabfälle verantwortlich. Mehr als 4.500 Filialen hätten bereits Vereinbarungen mit humanitären Organisationen geschlossen.

(fwa/jama)

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