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StartseitePISAplusSchwerpunktthema: Wird durch die Frauenquote das Management weiblicher?23.11.2013

FrauenquoteSchwerpunktthema: Wird durch die Frauenquote das Management weiblicher?

Ab 2016 sollen in Aufsichtsräten mindestens 30 Prozent Frauen sitzen. Was für Aufsichtsräte gelten soll, betrifft jedoch nicht die Führungsetagen. Und auch in der Wissenschaft gilt: Es gibt zwar viele weibliche Studierende, Schlüsselpositionen besetzen bisher aber nur wenige.

Blick in einen leeren Konferenzraum. (Stock.XCHNG / Monica Myers)
Ab 2016 sollen in deutschen Aufsichtsräten 30 Prozent Frauen sitzen. (Stock.XCHNG / Monica Myers)

Seit Sonntagnacht steht es fest: Kommt eine große Koalition zwischen SPD und Union zustande, wird die Frauenquote Gesetz: 30 Prozent der Aufsichtsratsposten sollen ab 2016 weiblich sein. Außerdem sollen die Unternehmen festlegen, wie viele Frauen sie künftig in die Vorstände schicken wollen – eine Flexi-Quote für die wahren Chefsessel also. Das EU-Parlament geht sogar noch weiter und sprach sich diese Woche für eine Aufsichtsratsquote von 40 Prozent bis 2020 aus. Während SPD, Grüne und Gleichstellungsbeauftragte jubilieren, sind Arbeitgeberverbände aufgebracht: Es werde schwierig, in manchen Branchen genügend geeignete Kandidatinnen zu finden. Besser als eine Quote sei ohnehin, mehr Frauen für naturwissenschaftlich-technische Studienfächer zu begeistern und bessere Betreuungsangebote für Familien zu schaffen.

Während die Unternehmen nun also spätestens in gut zwei Jahren liefern müssen, ist die Wissenschaft von Quotenregelungen noch weit entfernt. Obwohl derzeit weitaus mehr Frauen als Männer studieren und Promovieren, liegt der Professorinnen-Anteil bei unter 20 Prozent.

PISAplus fragt nach: Hilft die beschlossene Quote, die gläserne Decke bei den wirklichen Macherposten zu durchbrechen? Wo finden die DAX-Konzerne auf die Schnelle genügend qualifizierte Aufsichtsratsfrauen? Wie haben Quotenregelungen im Ausland – etwa in Norwegen – funktioniert? Und: Brauchen wir auch eine Quote in der Wissenschaft?

Gesprächsgäste waren:

  • Sabine Hansen, Geschäftsführerin der Personalberatung Amrop Delta
  • Lencke Wischhusen, Bundesvorsitzende "Die jungen Unternehmer"
  • Susanne Modrow, Professorin für Molekularbiologie und Gleichstellungsbeauftragte an der Uni Regensburg

Beiträge:

Alexander Budde: Das dauert! Auch nach fünf Jahren Aufsichtsratsquote in Norwegen sind die Vorstandsposten fast ausschließlich männlich.

Kai Rüsberg: Weiblich ohne Quote! Im Ruhrgebiet haben einige Maschinenbauunternehmen den Frauenanteil auch ohne Quote ganz freiwillig erhöht.

Eine Sendung mit Hörerbeteiligung: 0800 4464 4464 oder E-Mail an pisaplus@deutschlandfunk.de

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