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Seit 18:40 Uhr Hintergrund

Peter Altmaier"Es wird für kein Land eine Sonderbehandlung geben"

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) hat davor gewarnt, Großbritannien bei den EU-Austrittsverhandlungen einen Bonus einzuräumen. "Wir sollten klarmachen – und das haben wir klargemacht –, dass man dieses Referendum nicht benutzen kann, um einen besseren Deal oder etwas Ähnliches zu verhandeln", sagte er im Interview der Woche des DLF. Bis zum Abschluss der Verhandlungen sei Großbritannien Mitglied der EU - mit allen Rechten und Pflichten.


Brexit-Befürworter"Wir wollen einen sanften Übergang"

Großbritannien wolle sich von der EU nichts verbieten lassen, wie etwa die niedrigere Mehrwertsteuer, sagte John Redwood (Tory), Sprecher der britischen Vote-Leave-Kampagne für einen Austritt aus der EU, im DLF. Negative wirtschaftliche Folgen eines Brexits für sein Land fürchtet Redwood nicht. Auch danach wolle man mit den anderen EU-Staaten gut zurechtkommen.


HRK-Präsident Horst Hippler"Die Regelstudienzeit ist eine Idee aus der Politik"

Nur vier von zehn Studenten machen ihren Abschluss innerhalb der Regelstudienzeit. Den Präsidenten der Hochschulschulrektorenkonferenz, Horst Hippler, stört das nicht - er wünscht sich ohnehin mehr Freiheiten, das Studium individuell anzupassen. Sonst entstehe nur Frust. Beim Bachelor sollten zudem die Leistungsnachweise im ersten Jahr nicht für die Endnote relevant sein, sagte Hippler im DLF.


Alexander Graf Lambsdorff (FDP) zur Türkei"Wir haben keine Pflicht, uns erpressen zu lassen"

Solange die Türkei nicht alle Bedingungen des EU-Türkei-Deals erfülle, sei eine Visafreiheit keine Option, sagte Alexander Graf Lambsdorff (FDP) im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Der stellvertretende Präsident des Europäischen Parlaments plädierte jedoch für eine stufenweise Einführung der Visafreiheit. Diese könne vielen Türken "eine demütigende Prozedur" ersparen.


AfD-Vorsitzende Petry zur Flüchtlingshilfe"Die Kirche betreibt eine Art modernen Ablasshandel"

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat der Kirche vorgeworfen, in der Flüchtlingspolitik lediglich eigene Interessen zu verfolgen. Mit Nächstenliebe habe das nichts zu tun, sagte Petry im Interview der Woche des DLF. Diakonie und Caritas erhielten staatliche Gelder dafür, dass sie Flüchtlinge aufnehmen und Räumlichkeiten bereitstellten. Dies sei eine moderne Form des Ablasshandels.


Bundestagspräsident Norbert Lammert"Ich bin heilfroh, dass der Bundespräsident in Deutschland nicht direkt gewählt wird"

Bundestagspräsident Norbert Lammert geht davon aus, zu Österreich weiter ein "ordentliches und faires Verhältnis" zu haben - auch wenn der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer die Stichwahl um das Amt des Bundespräsidenten gewinnen sollte. Das sei selbstverständlich, denn das Land sei für Deutschland als Partner wichtig, sagte Lammert im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Mögliche Direktwahlen eines deutschen Staatsoberhaupts lehnte er ab.


Stasi-Unterlagenbehörde"Wir müssen Aufarbeitung gewährleisten"

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen der ehemaligen DDR, Roland Jahn, hat die Vorschläge der Expertenkommission zur Reform seiner Behörde gegen Kritik verteidigt. Es gehe nicht darum, die Behörde zu zerschlagen, sondern sie weiterzuentwickeln, sagte Jahn im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Allerdings mahnte er, die Opfer besser einzubinden.


Frans Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission"Wenn der Populismus wächst, wird er Europa zerstören"

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, betrachtet mit Sorge, dass EU-Skepsis und nationaler Populismus in vielen Mitgliedstaaten wachsen. "Wenn es nicht gelingt, Europa wieder in die Herzen der Leute zu bekommen, dann wird es scheitern", sagte er im DLF. In Bezug auf das umstrittene Flüchtlingsabkommen mit der Türkei forderte er mehr Fairness gegenüber Ankara.


Bundespräsident Joachim Gauck "Muslime in Deutschland sind Teil unseres Staates"

Für ihn sei es selbstverständlich, dass die Muslime zu Deutschland gehörten, sagte Bundespräsident Joachim Gauck im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Er habe sehr viel getan, um den Muslimen, die hier lebten, ein guter Präsident zu sein. Mit Blick auf aktuelle Aussagen der AfD zum Islam betonte Gauck: "Es gibt überhaupt keinen Grund, an der Religionsfreiheit herumzukritteln."


Dalia Grybauskaite, Präsidentin der Republik Litauen"Diese Migrationskrise ist komplizierter als die Wirtschaftskrise"

Die Präsidentin der Republik Litauen, Dalia Grybauskaite, zollt Bundeskanzlerin Merkel großen Respekt. Weil es solche Führungspersonen gebe, sei Europa in der Lage, auch sehr schwierige Fragen zu lösen, sagte die Staatschefin im Interview der Woche des DLF. Die Kanzlerin nehme eine riesige Verantwortung auf ihre Schultern.


Frank-Jürgen Weise"Ich bin beseelt von Lösungen und nicht von Problemen"

Für Frank-Jürgen Weise, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, steht die Aufgabe der Integration der Flüchtlinge in Deutschland erst noch bevor. Im Vergleich dazu seien die derzeitigen technischen Probleme beispielsweise bei der Erfassung der Flüchtlinge eher gering, sagte er im Interview der Woche im DLF. Der Prozess sei eine Sache von guter Arbeit und Organisation.


Nach den Terroranschlägen in Brüssel"Belgien ist mehr als Molenbeek"

Der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien hat mit Blick auf die Terroranschläge von Brüssel vor einem "Belgien-bashing" gewarnt. In vielen Medien werde zu Unrecht das gesamte Land an den Pranger gestellt, sagte Oliver Paasch im Interview der Woche im DLF. Belgien sei kein "gescheiterter Staat". Problemgemeinden wie Molenbeek gebe es auch in anderen Ländern in Europa.


EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm"Momentan geht Gewalt unter Berufung auf Religion hauptsächlich vom Islam aus"

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, wünscht sich eine breite muslimische Bewegung gegen religiös motivierte Gewalt. Er sagte im Interview der Woche des DLF, die jüngsten Anschläge hätten mit dem Islam zu tun, weil sich die Terroristen auf Koranverse beriefen. Es sei deshalb positiv, dass die muslimischen Verbände die Attentate scharf verurteilt hätten.


TUI-Vorstandschef Friedrich Joussen"Kann keine Lösung sein, dass wir anfangen, Zäune zu bauen"

Der Vorstandschef des weltgrößten Reiseveranstalters TUI, Friedrich Joussen, hält es für richtig, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise auf eine europäische Lösung setzt. Joussen sagte im Deutschlandfunk, gerade jungen Leuten könne man nicht vermitteln, dass im Schengen-Raum Zäune gebaut würden.

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