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StartseiteSpielweisenCassandra’s dream song14.03.2018

Jenseits des SpielbarenCassandra’s dream song

Der Schweizer Flötist Sébastian Jacot erläutert Brian Ferneyhoughs eigentlich unspielbares Solostück "Cassandra's dream song". Er führt uns durch ein zerklüftetes Notengebirge und bietet atemberaubende Aussichten.

Am Mikrofon: Christoph Schmitz

Der Schweizer Flötist Sébastian Jacot steht hinter einem Notenpult auf der Bühne des Deutschlandfunk Kammermusiksaals.
Der Schweizer Flötist Sébastian Jacot beim Raderbergkonzert am 14.2.2017 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal

"Ich hätte nie gedacht, dass man so viele Spielanweisungen pro Quadratmillimeter Papier unterbringen kann", sagt Sébastian Jacot über die Partitur der zehnminütigen Komposition. Millimeter für Millimeter hat Jacot das Notengebirge erkundet, und jede Aufführung ist immer wieder nur ein neuer Annäherungsversuch. Dabei ist der hörbare Schwierigkeitsgrad "ein integrales Element der Struktur der Komposition selbst", wie es Brian Ferneyhough einmal formulierte. Die Grenzen des technisch Möglichen auszuloten, gehört wie immer bei Ferneyhough auch zum ästhetischen Konzept von "Cassandra’s dream song". Man könnte hier auch eine Verbindung zum Titel des 1970 komponierten Stücks sehen: Denn ebenso vergeblich wie Prophezeiungen der Seherin Kassandra, der niemand Glauben schenkt, sind die Versuche des Interpreten, alle Vorgaben der Komposition zu erfüllen. Im Gespräch mit Christoph Schmitz zeigt Sébastian Jacot am Instrument welche Herausforderungen es zu meistern gilt, wie das Stück komponiert ist und was es zu sagen hat.

Brian Ferneyhough
"Cassandra’s dream song" für Flöte solo

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