Corso / Archiv /

 

Jung und nachdenklich

Die englische Sängerin Liane La Havas

Von Amy Zayed

Die Sängerin Lianne De Havas bei den Brit Awards 2012 in London
Die Sängerin Lianne De Havas bei den Brit Awards 2012 in London (picture alliance / dpa / Hubert Boesl)

21 Jahre jung ist Lianne la Havas die neue Britische R’n’B- und Soul-Hoffnung. Letztes Jahr im Herbst brachte sie in Großbritannien ihre erste EP heraus. Seitdem regnet es nur noch Lob von allen Seiten. Jetzt erscheint ihr Debütalbum "Is your love big enough".

"Als ich sieben Jahre alt war hab ich angefangen zu singen. Ich hatte im Radio Lauryn Hill gehört, und ich war vollkommen fasziniert von ihrer Stimme! Man hat das Gefühl, ihr Herz zu hören, und seitdem wollte ich nichts anderes als Sängerin werden. Also hab ich meinen Vater, der selbst viele Instrumente spielt, solange genervt, bis er mir ein Keyboard schenkte, und mir spielen beibrachte."

Für Liane La Havas ist es nicht bei dem Kleinmädchentraum geblieben, den sie konsequent verfolgt hat. Mit 13 ging sie in einen Gospelchor, und fing an eigene Songs zu schreiben. Sogar ihr Kunststudium, dass sie eher halbherzig aufnahm, brach sie ab, als sie durch eine Freundin mit der Londoner Musikerszene bekannt wurde, und die Chance bekam, mit der erfolgreichen britischen Soulpopsängerin Paloma Faith auf Tour zu gehen.

"Als ich all diese talentierten Musiker aus London kennen lernte, fühlte ich mich inspiriert, und lernte Gitarre spielen. Das Gitarrespielen und dieses Lebensgefühl, was ich damals hatte, hat mein Songwriting total verändert. Ich hab vorher meine Lieder auf dem Klavier gespielt, aber mit der Gitarre kann ich meine Gefühle besser ausdrücken. Ich hatte das Gefühl, ich könnte mich selbst verändern, zu einem besseren Menschen werden, wenn ich mich in meiner Musik ausdrücke."

Selten geben Musiker zu, dass ihre Songs allein von eigenen Erlebnissen erzählen. Liane la Havas jedoch schon. Inspiration könne man doch nur aus eigener Lebenserfahrung gewinnen, Künstler, die das Gegenteil behaupten, hätten irgendwas nicht verstanden, sagt die junge Sängerin betont selbstbewusst.

"Musik ist emotional, und wenn Du Musik machst, gibst Du nun mal etwas von Dir preis. Und dann musst Du auch damit leben, dass dich Leute danach fragen. Im Song "Age difference" geht es zum Beispiel darum, dass ich mir Gedanken darüber mache, ob es gut für mich ist mit einem Mann zusammen zu sein, der über 20 Jahre älter ist. Das passt einfach nicht in unser heutiges Lebenskonzept, aber beim Schreiben wurde mir klar, dass es absolut egal ist, solange man sich versteht. Ich hab den Song vor vier Jahren geschrieben, und wir sind immer noch zusammen. Das sagt alles!"

Obwohl Lianne la Havas von Künstlern wie Lauryn Hill oder Mariah Carey inspiriert wurde, klingt ihre Musik nicht wie ein Imitat, sondern wie eine Neuauflage des Themas Soulpop, Verneigungen in Richtung Adele bis Ella Fitzgerald inbegriffen. Die Instrumentierung ist für ein Popalbum einigermaßen abwechslungsreich.

"Ich finde es schwierig, sich aggressiv zu fühlen, aber dass in einem langsam gehauchten Song zu verpacken. Das klingt irgendwie nicht echt. Bei "Forget" hatte man mir erst vorgeschlagen doch mit etwas weniger lauter Rockgitarre zu arbeiten. Aber ich wollte das nicht. Ich hab mich nicht leise gefühlt, sondern aggressiv, und ich will ja auch, dass die Leute nicht nur eine Seite von mir kennen lernen. Ich experimentiere doch gerade erst mit dem professionellen Musikerdasein, und im Studio spielt man halt gern rum."

Sowohl in ihrer Heimat Großbritannien, als auch in den USA erregt die 22-Jährige Aufmerksamkeit. Der Britische Soulpopkünstler Willy Mason singt mit ihr auf dem Album ein Duett, und Bon Iver, die Folkindie-band aus Wisconsin luden sie ein, mit ihnen auf Tour zu gehen. Anfang diesen Jahres landete sie in den top 15 der "BBC sound of 2012". Vielleicht ein bisschen zu viel Druck für eine Künstlerin, die gerade erst anfängt sich einen Namen zu machen. Und auch wenn sie versucht alles gelassen zu sehen, hat sie schon einen gewissen Respekt vor den Erwartungen, die an sie gestellt werden.

"Die Sache ist die, dass ich mit diesem Album gewachsen bin. Ich verbinde so viele Gefühle damit, und hoffe inständig, dass die Leute mit auf diese Reise kommen, und natürlich freue ich mich, wenn Leute das gut finden. Aber es dauert auch, so etwas zu produzieren. Einerseits will ich, dass die Leute sich fragen, wie das nächste Album sein wird. Andererseits weiß ich es selbst noch nicht, und habe keine Ahnung, ob es genau so ankommt. Aber jetzt bin ich erst mal stolz auf dass, was ich geschafft habe."

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Corso

Kinostart "Diplomatie"Nazi-Besatzer und die Rettung von Paris

Volker Schlöndorff posiert während der 64. Internationalen Filmfestspiele am 12.02.2014 in Berlin auf dem Fototermin zum Film "Diplomatie (Diplomacy)". Der Streifen läuft in der Sektion Berlinale Special Gala der Berlinale.

Die letzte Nacht der Nazi-Besetzung von Paris: Die Deutschen wollen alles zerstören. Ein schwedischer Diplomat versucht, das zu verhindern. Dieses Szenario des Bühnenstücks "Diplomatie" hat Volker Schlöndorff nun verfilmt.

Neue FilmeStar Wars auf Ecstasy und die Wälder Ostpreußens

Theaterstück "Sugarland"Das harte Teenager-Leben im australischen Hinterland