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StartseiteSport am WochenendeKeine Politik! Oder doch?05.07.2010

Keine Politik! Oder doch?

FIFA wehrt sich vehement gegen politischen Einfluss - hält es selbst aber nicht so genau

Nach langem hin- und her beugte sich Nigeria dem langen Arm des Fußball-Weltverbandes FIFA. Nachdem enttäuschenden Abschneiden bei der WM in Südafrika wollte Nigerias Präsident seine Mannschaft eigentlich für zwei Jahre von allen internationalen Wettbewerben zurückziehen. Doch die Regeln der FIFA untersagen staatliche Einmischung in die Belange der Fußball-Verbände - andersherum nimmt man es dagegen nicht so genau

Von Jens Weinreich

FIFA-Präsident Joseph Blatter, UNO-Generalsekretär Kofi Annan Südafrikas Präsident Thabo Mbeki (1. Reihe von rechts) präsentieren in Berlin die FIFA-WM 2010 in Südafrika. (AP)
FIFA-Präsident Joseph Blatter, UNO-Generalsekretär Kofi Annan Südafrikas Präsident Thabo Mbeki (1. Reihe von rechts) präsentieren in Berlin die FIFA-WM 2010 in Südafrika. (AP)

Die FIFA hat dem Massenmörder Robert Mugabe erlaubt, vor der WM auf der so genannten World Cup Trophy in Simbabwe mit dem goldenen WM-Pokal zu posieren. Doch wenn sich Staatschefs und Politiker so in die Belange von Fußballverbänden einmischen, dass es der FIFA nicht gefällt, werden Sanktionen angekündigt. Dann heißt es, Politik habe mit Sport nichts zu tun.

Manchmal, wenn Regierungen – wie vor zwei Jahren in Polen geschehen – gegen Korruption und Misswirtschaft in Verbänden vorgehen, werden sie von der FIFA gestoppt. In Polen hatte Präsident Joseph Blatter einst versucht, seinen Freund Michal Listkiewicz zu retten.

Blatter und Valcke präsentierten auf einer Pressekonferenz einen Deal mit der französischen Amaury-Gruppe, die Besitzerin der Zeitungen L’Equipe und France Football und Ausrichter der Tour de France. Demnach werden ab Januar die bisherigen Wahlen von France Football zu "Europas Fußballer des Jahres” und der FIFA zum "Weltfußballer des Jahres” verschmelzen. Es werden nur noch Weltfußballer ausgezeichnet – auf einer Gala im FIFA-Stammsitz Zürich.

Fragen zur Lage in Nigeria - oder etwa zu den politischen Interventionen in Frankreich und Italien – waren nicht erlaubt. Erst nach dem Hinweis, man sei nicht in Nordkorea, der Präsident möge bitte antworten, gab Blatter doch einige Kommentare ab, bevor sein Pressechef Nicolas Maingot die PR-Veranstaltung resolut beendete.

Er wolle sich über die WM freuen und keine Probleme diskutieren, sagte Blatter. Konflikte zwischen dem französischen Verband und der FIFA seien von den Medien erfunden. Die FIFA sei 1904 in Paris gegründet worden, mit den Franzosen, deren Verband auch künftig FIFA-Mitglied bleiben werde. Es gäbe keinerlei Probleme mit den Franzosen. Zuvor hatte Blatter pauschal all jene Politiker gelobt, die derzeit die WM-Tribünen bevölkern. Dies sei ein Zeichen der Bedeutung des Fußballs. Man wolle nur gute Nachrichten hören, erklärte Blatter allen Ernstes.

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