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Seit 07:15 Uhr Interview
StartseiteSport am WochenendeKurz vorm EM-Boykott09.01.2012

Kurz vorm EM-Boykott

Handballbund wollte Nationalspielern Aufwandsentschädigungen streichen

Ab Sonntag kämpft die Männer-Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bei der EM in Serbien um die letzte Chance, sich doch noch für das olympische Turnier 2012 zu qualifizieren. Da ist Teamgeist gefragt. Im Vorfeld aber krachte es heftig hinter den Kulissen. Denn der DHB hatte den Nationalspielern die üblichen Tagespauschalen gestrichen, ohne die Profis darüber zu informieren.

Von Erik Eggers

Szene aus dem Spiel Dänemark - Deutschland bei der Handball-WM in Kroatien (AP)
Szene aus dem Spiel Dänemark - Deutschland bei der Handball-WM in Kroatien (AP)

Erst am Wochenende in Bremen hat das DHB-Präsidium die Auszahlung dieser Tagegelder genehmigt – und damit nach Ansicht von Torwart Johannes Bitter einen Boykott verhindert. "Sonst hätten einige Spieler keine Lust gehabt, sich in den Dienst des DHB zu stellen", sagt Bitter.

Hintergrund der Posse ist, dass die Profis die Entschädigungen, die rund 100 Euro pro Tag betragen, seit September nicht mehr wie gewohnt ausgezahlt bekamen. Daraufhin verständigte der vierköpfige Spielerrat um Kapitän Pascal Hens den Hamburger Keeper Johannes Bitter, der sich als Vertreter der Spielerorganisation GOAL für die Interessen der Kollegen einsetzt. Die Kollegen seien stinksauer über die Funktionäre gewesen, berichtet er.

Am Ende gewannen die Profis das Tauziehen. Die DHB-Funktionäre hatten zuvor argumentiert, der Dachverband müsse aufgrund des neuen Grundlagenvertrages mit der Bundesliga neuerdings Gebühren für die Abstellung der Internationalen zahlen.

Bizarrer macht die Angelegenheit, dass sich die DHB-Spitze zuletzt darum bemühte, den Präsidiumsmitgliedern einen "Ehrenamtspauschale" von 1500 Euro monatlich auszuzahlen. Das wären insgesamt 108.000 Euro jährlich, also ungefähr der Betrag, den der Verband bei den Profis einsparen will. Doch bei der Sitzung am Samstag wurde der Antrag noch nicht gestellt. Weil die Landesverbände dagegen protestiert hatten.

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