Samstag, 16.12.2017
StartseiteCorso"Die goldene Zeit Anfang 70"13.12.2016

Mein Klassiker - Jakob Ilja"Die goldene Zeit Anfang 70"

Mit der Band Element of Crime verbindet man die klugen, lakonischen Texte des Sängers Sven Regener, gelegentliche Trompeten-Soli und Gitarrenklänge, die schon mal an Country erinnern. Für Letztgenannte ist vor allem Jakob Ilja zuständig. Sein Klassiker ist eine Platte mit Songs, die viel wilder klingen als die melancholischen Stücke seiner Band: "Over-Nite Sensation" von Frank Zappa.

Von Christoph Reimann

Die Mitglieder der Band "Element of Crime" aufgenommen am 29.08.2014 in den Räumen der Tritonus-Studios in Berlin. Vorne links, Sänger und Bandgründer Sven Regener, rechts Gründungsmitglied und Gitarrist Jakob Ilja, hinten links Schlagzeuger Richard Pappik und rechts Bass-Spieler David Young (Stephanie Pilick/dpa )
Wenn Frank Zappa lief, hätten alle die Gitarrensolos mitgesungen, erzählt Jakob Ilja (vorne rechts), Gitarrist und Gründungsmitglied der Band "Element of Crime" (Stephanie Pilick/dpa )
Mehr zum Thema

Element of Crime: Konsequent gegen den Mainstream

Sven Regener: "Streaming-Dienste sind ein Ein-Euro-Shop der Musik"

Sven Regener in Augsburg: "Brecht war sehr Rock 'n' Roll"

Mein Klassiker - Boris Aljinovic: "Kindermärchen in Punkschuppen!"

Mein Klassiker - Heinz Rudolf Kunze: "Kann die meisten Passagen von 'Raumpatroullie Orion' auswendig"

Mein Klassiker - Sandra Kreisler: "Over" von Peter Hammill

Mein Klassiker - Ian Anderson: Ein Konzert von J.B. Lenoir

Hallo. Mein Name ist Jakob Ilja. Ich bin der Gitarrist von Element of Crime, und mein Klassiker ist "Over-Nite Sensation" von Frank Zappa. Diese Platte habe ich, glaube ich, als 13- oder 14-Jähriger gehört und habe sie nicht begriffen.

Ein, zwei Jahre später hatte ich vielleicht auch das musikalische Wissen, um zu verstehen, was die da genau spielen. Weil das ist ja schon eine sehr komplizierte und komplexe Musik, die der macht. Mit ständigen Rhythmuswechseln, mit krummen Rhythmen … Ich nehme an, das wird auch der Grund sein, warum ihn nicht jeder mag.

Für mich auch … Frank Zappa als einer meiner großen Gitarren-Helden. Ich liebe sein Gitarrenspiel. Die Art, wie er soliert: Immer melodisch. Es hat immer was mit dem Song selber zu tun. Es ist nie so ein Selbstzweck.

Und "Over-Nite Sensation" ist eine von drei Platten, die eine ganz spezifische Besetzung hat. Er hat die oft gewechselt, die Besetzung im Laufe der Jahrzehnte. Und ich glaube, das ist auch noch eine Zeit, wo er den Musikern nicht vorgeschrieben hat, was sie genau spielen sollen. Er hat ihnen da immer noch Raum gelassen.

"Die "Over-Nite Sensation" ist die für mich eingängigste"

Später hat er die Solis aller Musiker aufgeschrieben, und das haben die dann Note für Note genauso gespielt. Noch später hat er dann leider alles noch mal gemischt, hat die Musiker auch alle nach hinten gemischt … Keine Ahnung. Die neuen gemasterten Sachen von Frank Zappa sind da nicht so toll. Aber das ist noch die goldene Zeit Anfang 70, und die "Over-Nite Sensation" ist die für mich eingängigste. Das hat schon fast Pop-Charakter.

Damals war ich auch mit anderen Gitarristen, anderen Musikern zusammen. Und es gehörte einfach dazu, wenn die Platte lief und es kam der Solo-Teil, dass dann plötzlich alle - vor der Luftgitarre noch - anfingen, mitzusingen. Die Solo-Teile. Man hat den Text eigentlich nicht mitgesungen, man hat die Melodien alle mitgesungen, die die verschiedenen Musiker da alle gespielt haben.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk