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StartseiteUS-WahlblogOf Cows and Cars29.10.2012

Of Cows and Cars

As goes Ohio, so goes the Nation. Wie Ohio wählt, so wählen die USA, heißt es. Seit 112 Jahren hat kein Republikaner das Weiße Haus erobert, ohne Ohio zu gewinnen, und nur wenige Demokraten. Besuch in Lordstown.

Von Marcus Pindur

Von Kühen und Karren (Stock.XCHNG / Wendy Domeni)
Von Kühen und Karren (Stock.XCHNG / Wendy Domeni)

Lordstown liegt 150 Meilen südlich von Cleveland, im Nordosten Ohios. Lordstown hat 3000 Einwohner, einen Supermarkt, ein Restaurant, viele Häuser mit nach deutschen Maßstäben riesigen Grundstücken, gepflegtem Rasen, vielen Kühen – und eines der größten General-Motors-Werke der USA.

4500 Mitarbeiter. Nach Auskunft des lokalen Gewerkschaftsvorsitzenden sind 1500 von ihnen gewerkschaftlich organisiert. Hier wird ab nächstem Jahr der meistverkaufte Wagen der USA montiert, der Chevrolet Cruze. Kompakt, sparsam, spritzig. Ein Paradebeispiel dafür, wie die Konzernpolitik von GM sich geändert hat, nachdem der Autogigant vor der Pleite stand und von Obama mit Krediten und scharfen Auflagen gerettet wurde.

As goes Ohio, so goes the Nation. Wie Ohio wählt, so wählen die USA, heißt es. Seit 112 Jahren hat kein Republikaner das Weiße Haus erobert, ohne Ohio zu gewinnen, und nur wenige Demokraten.

Das liegt daran, dass Ohio die gesellschaftliche Realität der USA wie in einem Brennglas abbildet. Demografisch, industriell, religiös, soziologisch, ökonomisch, kulturell. Nirgends wird so augenfällig, wie das moderne Amerika und das traditionelle Amerika aufeinanderprallen. Ohio ist einer der größten Automobilstandorte. Gleichzeitig ist der Agrarsektor immer noch der größte Exporteur Ohios.

Und deshalb ist Ohio in jeder Wahl aufs Neue umstritten wie kaum ein anderer Bundesstaat.

Ich sitze dem Bürgermeister von Lordstown gegenüber. Arno Hill ist Republikaner. In einer Stadt, die von GM-Arbeitnehmern geprägt ist, die den Demokraten nahestehen. Aber eben auch von Farmern und kleinen Gewerbetreibenden, die den Republikanern nahestehen. Auf der einen Seite Autos, auf der anderen: Kühe. Von den 3000 Einwohnern sind circa 2000 wahlberechtigt. Der Republikaner Arno Hill hat die letzte Wahl in Lordstown mit sechs Stimmen Mehrheit gewonnen. Ohio ging in der Präsidentschaftswahl 2008 mit 4,6 Prozent Vorsprung an Obama.


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