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StartseiteNachrichten vertieft"Es gibt an diesem Weihnachten viele Tränen"25.12.2014

Papst Franziskus"Es gibt an diesem Weihnachten viele Tränen"

Papst Franziskus hat den traditionellen Weihnachtssegen "Urbi et Orbi" gespendet. In seiner Botschaft erinnerte er vor allem an die Opfer von Krieg und Terror. Viele Kinder seien misshandelt worden. Zehntausende Menschen verfolgten die Worte auf dem Petersplatz.

Papst Franziskus spendet den traditionellen Weihnachtssegen "Urbi und Orbi". (AFP / Alberto Pizolli)
Papst Franziskus spendet den traditionellen Weihnachtssegen "Urbi und Orbi". (AFP / Alberto Pizolli)
Weiterführende Information

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Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft vor allem das Leid vieler Kinder auf der Welt angeprangert. "Zu viele von ihnen sind Opfer von Gewalt geworden, weil sie zum Gegenstand von Ausbeutung und Menschenhandel gemacht oder als Soldaten verdingt wurden", sagte er am Ersten Weihnachtstag in Rom vor der Verkündung des traditionellen Segens "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis"). Es gebe an diesem Weihnachten viele Tränen.

Vor etwa 80.000 Menschen auf dem Petersplatz beklagte der Papst zudem das Leiden der Menschen in Kriegsgebieten insbesondere im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika. Das Oberhaupt der katholischen Kirche betonte angesichts des Terrors in Syrien und im Irak, die Flüchtlinge müssten "die notwendigen Hilfen erhalten, um die Härten des Winters zu überstehen, um in ihre Länder zurückzukehren und in Würde zu leben".

Dank an Ebola-Helfer

Franziskus forderte zudem Unterstützung für diejenigen, die sich für den Dialog zwischen Israelis und Palästinensern einsetzten. "Möge der Herr die Herzen für das Vertrauen öffnen und dem ganzen Nahen Osten seinen Frieden schenken." Auch für die Ukraine bat er um "einen neuen Weg der Brüderlichkeit und der Versöhnung." 

Das Kirchenoberhaupt dankte zudem den Helfern, die sich um Ebola-Kranke in Westafrika kümmern. Zudem appellierte er an die internationale Gemeinschaft, den Kranken die nötige Versorgung zu garantieren. Sie müsse Fürsorge und notwendige Therapien bereitstellen.

Ein palästinensischer Junge verkauft Weihnachtsmützen auf dem Manger Platz vor der Geburtskirche Jesu in Bethlehem.  (imago/UPI Photo)Weihnachten in Bethlehem 2014: Für den Nahen Osten wünscht der Papst sich Frieden. (imago/UPI Photo)

Telefonat mit Flüchtlingen im Irak

Bereits gestern hatte Papst Franziskus in der Christmette an Heiligabend zu mehr Miteinander aufgerufen"Wie sehr braucht doch die Welt von heute Zärtlichkeit." Die Gläubigen sollten Probleme und schwierige Situationen ihrer Mitmenschen mit Mut und Herzlichkeit mittragen. Es reiche nicht aus, nach sachlichen Lösungen zu suchen, "die vielleicht effizient sind, aber nicht das Feuer des Evangeliums in sich tragen", so der Papst.

Vor der Christmette, die neben dem Segen "Urbi et Orbi" einen der Höhepunkte der christlichen Weihnacht darstellt, hatte der Papst christlichen Flüchtlingen im irakischen Erbil Trost zugesprochen. In einer Telefon-Schaltung wandte er sich in einer Ansprache an mehrere Hundert Menschen, die sich in einem Saal versammelt hatten. Seine Worte wurden anschließend ins Arabische übersetzt.

Bischöfe fordern mehr Hilfe für Flüchtlinge

Auch die Vertreter der großen christlichen Kirchen in Deutschland appellierten in ihren Weihnachtsgottesdiensten an die Bereitschaft der Gläubigen, Flüchtlingen zu helfen. Der katholische Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki sagte in seiner Predigt, Weihnachten bedeute, Christus auf- und anzunehmen und durch ihn auch den Nächsten. Damit seien nicht nur nahestehende Menschen gemeint, sondern auch die am Rande der Gesellschaft.

Der Trierer Erzbischof Stephan Ackermann sagte, wer sich bewusst sei, dass mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht seien und nur halbwegs menschlich empfinde, könne nicht unbeteiligt an der Seite stehen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, forderte eine Neuorientierung der Flüchtlingspolitik. Das christliche Europa habe heute die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass kein Mensch im Mittelmeer ertrinken müsse, betonte der bayerische Landesbischof in der Münchner Matthäuskirche.

(hba/tk)

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