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StartseiteWirtschaft und GesellschaftPlagiat aus dem Drucker14.05.2013

Plagiat aus dem Drucker

Über Chancen und Risiken von 3D-Printern

3D-Drucker sind der große neue Technologie-Trend. Fast alles soll sich damit selbst herstellen lassen, ob Gebisse, Waffen, Werkzeuge oder Autoteile. Die Geräte werfen aber einige Fragen auf. So ist unklar, wer die Produkthaftung übernimmt. Außerdem fürchtet die noch junge Branche Produktpiraterie.

Von Blanka Weber

Der 3D-Drucker MakerBot: Die Branche wünscht sich weniger Hype um ihre Errungenschaften (Philip Banse / kuechenstud.io)
Der 3D-Drucker MakerBot: Die Branche wünscht sich weniger Hype um ihre Errungenschaften (Philip Banse / kuechenstud.io)

"Es geht wirklich darum, Leute zusammenzubringen, dass man Bastler zusammenhat, die zusammen kreativ sind. Da geht's dann erst mal darum, den Drucker an sich zu bauen, aber dann auch wirklich die Produkte damit herzustellen. Also wirklich eigene Ideen umzusetzen und einfach in einem extrem fruchtbaren Umfeld zu sein mit Leuten, die zumindest die Ambition haben, was eigenes zu machen."

Florian Horsch hat auch Ambition, etwas Eigenes zu machen. Der 25-Jährige studiert Wirtschaftsingenieurwesen in Bayreuth. 3D -Drucker sind mehr als ein Trend, sagt er. Es ist ein Business, das zeigen schon die etwa 100 Aussteller der Messe Fab.Con mit überwiegend jungem Publikum:

"Die Fab.Con besteht aus sicherlich über 50 Prozent Start Ups, ganz junge Unternehmer, die hier kommen und ihre ganz neuen Produkte präsentieren, da geht's um sehr günstige Drucker oder um sehr große Drucker oder um Dienstleistung, dass man gar keinen eigenen Drucker braucht, sondern bei denen die Drucke bestellen kann."

Je besser die Technik, umso spezieller die Druckmaschine – und um so teurer in der Anschaffung. Industrieteile für Pkw, Werkzeuge oder Modelle für Architektenbüros und Medizin können professionell und im Heimbereich geschaffen werden. Die Technik wird auch für Nicht-Profis immer filigraner, erklärt Florian Horsch – die Dicke der Druckschichten auch:

"Die ist also jetzt unten bei 40 Mikrometer, das sind 0,04 mm – also wirklich hauchdünn, man sieht die erste Schicht kaum und es dauert wirklich auch, bis der Druck sich aufbaut aus so kleinen Schichten."

Was gigantisch klingt, hat auch Schattenseiten: Zum Beispiel sei die Frage des Urheberrechts und der Produkthaftung völlig neu zu klären, sagt Carl Fruth, der 3D–Drucker für den Hobbymarkt vertreibt, ein Fan der Technik ist und doch nicht alles gut heißen kann:

"Zu glauben man kann hier Ersatzteile drucken für Produkte…wer übernimmt die Produkthaftung usw. Also, das ist alles nicht geregelt, so einfach wird das nicht sein und das ist der Grund, dass da ganz viel überhyped wird. Wenn man da ein Gebiss ausdruckt, meint man, das kann man dann gleich reintun und das hält fünf Jahre – nein, so wird das nicht sein."

Ungeklärt ist derzeit auch die Frage des Materials, mit dem gedruckt wird: Haltbarkeit, Aussehen, Belastung und Recycling. Junge Start Ups würden bereits jetzt nach Lösungen suchen, aus gebrauchtem Kunststoff neues 3D-Druckermaterial zu schaffen.

Es ist eine Branche, die täglich wächst, neue Applikationen entwickelt und – die eigentlich etwas weniger Hype gut vertragen könnte, sagt Alexander Hafner, der in seinem Unternehmen die Technik verkauft und schon jetzt Fachpersonal sucht, eben weil die Nachfrage so hoch ist:

"Das wird sich genauso entwickeln wie in der Musikindustrie – die Musikindustrie hatte vor 10, 15 Jahren Angst, dass sie zugrunde geht am MP3, heute lebt sie besser davon denn je. Also das wird alles passieren und dazu stehen wir."

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