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StartseiteUmwelt und VerbraucherVentilwächter gegen Zahlungsmuffel13.10.2015

Platte ReifenVentilwächter gegen Zahlungsmuffel

Wer nicht zahlen will, muss laufen – nach diesem Motto versuchen bundesweit Städte und Gemeinden, Schulden ihrer Bürger einzutreiben. Dabei werden Autoreifen im wahrsten Sinne des Wortes zum Druckmittel: Säumige Zahler bekommen sogenannte Ventilwächter auf die Autoreifen geschraubt. Die sind genauso effektiv wie eine Parkkralle, aber sehr viel handlicher. Die abschließbaren Aufsätze sorgen dafür, dass die Reifen Luft verlieren, sobald das Auto bewegt wird.

Änne Seidel im Gespräch mit Stefan Römermann

Am Ventil eines Pkw-Reifens schließt ein städtischer Mitarbeiter einen sogenannten Ventilwächter an. (dpa / picture-alliance)
Am Ventil eines Pkw-Reifens schließt ein städtischer Mitarbeiter einen sogenannten Ventilwächter an. (dpa / picture-alliance)

In letzter Zeit werden die Ventil-Aufsätze vor allem verwendet, um die Rundfunkgebühren einzutreiben. Allerdings droht die amtliche Reifensperre erst, wenn trotz vieler Mahnbriefe nichts passiert. Sie ist sozusagen der vorletzte Schritt – vor der deutlich teureren und unangenehmeren Vollstreckung. Die Ventilwächter sind allerdings nicht neu - sie kommen in einigen Städten schon seit Jahren zum Einsatz, einige Kommunen haben bereits gute Erfahrungen damit gemacht. Allerdings gibt es auch Kritik: Wer mit den Ventilwächtern losfährt, riskiert schon nach kurzer Zeit einen Platten, wodurch das Auto nur noch schwer zu steuern ist, warnt der ADAC. 

Das gesamte Gespräch können Sie sechs Monate in unserem Audio-Player nachhören. 

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