Mittwoch, 20.06.2018
 
Seit 13:35 Uhr Wirtschaft am Mittag
StartseiteKultur heute"Nobelpreis" für Architektur geht erstmals nach Indien07.03.2018

Pritzker-Preis für Balkrishna Doshi"Nobelpreis" für Architektur geht erstmals nach Indien

Sozialer Wohnungsbau war eines seiner wichtigsten Themen: Der Inder Balkrishna Doshi gestaltete Wohnraum für seine Landsleute. Heute ist er 90 Jahre alt - und wird mit dem weltweit renommiertesten Architekturpreis für sein Lebenswerk geehrt.

Nikolaus Bernau im Gespräch mit Karin Fischer

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Blick auf das Sangath Architect's Studio, entworfen von Balkrishna Doshi. (VSF)
Blick auf das Sangath Architect's Studio, entworfen von Balkrishna Doshi (VSF)
Mehr zum Thema

Pritzker-Architekturpreis Drei Katalanen gegen die Globalisierung

Der erste indische Pritzker-Preisträger, Balkrishna Doshi, ist in Europa relativ unbekannt. Mit Le Corbusier zusammen hat er in den 1950er-Jahren an der Planstadt Chandigarh gearbeitet: Le Corbusier hat diese neue Hauptstadt des geteilten Punjab entworfen, Balkrishna Doshi arbeitete als Baubetreuer.

Größer als der Einfluss von Le Corbusier auf Balkrishna Doshi ist laut Nikolaus Bernau der seines Kollegen, des amerikanischen Architekten und Stadtplaners Louis Kahn gewesen, mit dem Doshi in Ahmedabad zusammengearbeitet hat. Kahn sei ebenfalls von Le Corbusier geprägt, aber er setze auf noch härtere Formen und stärkere Kontraste zwischen Wand und offener Fläche.

Die Gebäude von Balkrishna Doshi sind durch Beton und geometrische Formen bestimmt. Die Bevölkerungsexplosion in Indien erforderte große Sozialbauprogramme, die der Preisträger betreut und umgesetzt hat. Charakteristisch für seinen Stil seien bunte, sehr kleine Häuschen mit Innenhof. Auch für viele öffentliche Bauten zeichnete Balkrishna Doshi verantwortlich. Dabei zeigte sich laut Bernau das Gespür des Architekten für monumentale Formen, die er in freie Landschaften stellte.

Der Pritzker-Preis gilt als weltweit renommiertester Preis für Architektur und ist mit 100.000 Dollar dotiert.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk