Montag, 18.12.2017
Startseite@mediasresVerfolgt bis ins Exil06.06.2017

Reporter ohne Grenzen: AserbaidschanVerfolgt bis ins Exil

Vor einer Woche wurde der aserbaidschanische Journalist Afgan Muchtarli entführt. Der Regimekritiker lebte seit zwei Jahren im georgischen Exil. Jetzt wird er in Baku von der Polizei festgehalten. Dieses Vorgehen scheint in Aserbaidschan System zu haben.

Ulrike Gruska im Gespräch mit Brigitte Baetz

Das Gebäude des staatlichen aserbaidschanischen Fernsehsenders AzTV. (Sputnik)
In Aserbaidschan selbst gibt es keinen kritischen Journalismus. Auch der Sender AzTV berichtet nur, was der Regierung genehm ist (Sputnik)
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Aserbaidschan verfolge inzwischen auch im Ausland immer mehr kritische Journalisten, sagte Ulrike Gruska von der Organisation Reporter ohne Grenzen. Das sei wie im aktuellen Fall zum Beispiel in Georgien so.

In das Nachbarland sind viele Journalisten geflohen, um der Verfolgung der aserbaidschanischen Behörden zu entgehen. "In den letzten Jahren und Monaten beobachten wir zunehmend, dass sie immer stärker unter Druck stehen", sagte Gruska.

Kritischer Journalismus aus dem Exil

Bisher sei unklar, wer den investigativen Journalisten Afgan Muchtarli entführt habe. Kritischer Journalismus findet nahezu ausschließlich im Exil statt - zum Beispiel beim Internet-Exilsender Meydan TV aus Berlin.

Aserbaidschan ist auf dem Pressefreiheits-Index der Organisation Reporter ohne Grenzen auf Platz 162 von 180 Ländern. Mindestens 14 Journalisten und Bogger sind dort zur Zeit inhaftiert.

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