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StartseiteCampus & KarriereMINT-Förderung für die Jüngsten15.12.2015

Schülerforschung in HamburgMINT-Förderung für die Jüngsten

In Hamburg soll ein neues Schülerforschungszentrum entstehen. Besonders begabte Schüler, speziell in den als schwer geltenden MINT-Fächern sollen so frühzeitig gefördert werden. Bis das erste Mal Reagenzgläser geschüttelt und Explosionen initiiert werden, dauert es aber noch eine Weile.

Von Axel Schröder

Dicht an dicht steht das Publikum in einem Chemie-Labor der Uni Hamburg. Alle tragen weiße Kittel und etwas klobige Schutzbrillen. Und schauen zu, wie Luisa und Johannes Schiffner, 16 Jahre alte Zwillingsgeschwister vom Gymnasium Heidberg ihren Versuch durchführen. Die Schüler tragen zusätzlich noch dünne, blaue Schutzhandschuhe, greifen mit Zangen tiefgekühlte, weiße Klumpen und lassen sie vorsichtig in ein gefülltes Glasgefäß gleiten.

"Jetzt kommt das CO2 da rein. Und dann werden wir gleich sehen, wie sich der Indikator verfärbt, weil sich der pH-Wert verändert. Und man wird auch sehen, wie sich das CO2 vom Festen ins Gasförmige umwandelt."

Ihre Zuschauer ziehen erstaunt die Brauen hoch, als dicke Blasen aufsteigen, die Flüssigkeit sich gelb verfärbt, dichte Nebelschwaden aus dem Glasgefäß wabern. Die Schülerexperimente gehören zum Rahmenprogramm der feierlichen Vertragsunterzeichnung für das erste Hamburger Schülerforschungszentrum. Mit dabei sind Hamburgs Uni-Präsident Dieter Lenzen und Schulsenator Ties Rabe:

"Wir haben ja alle gelernt, dass das Gewinnen von jungen Menschen für das Studium bestimmter Fächer, besonders solcher, die als besonders schwierig gelten, gar nicht so einfach ist. Das muss sehr früh ansetzen. Nach Möglichkeit schon auf der Grundschulebene."

Eröffnung 2016 geplant

Und später dann, das wünschen sich Dieter Lenzen und Ties Rabe, würden diese naturwissenschaftlich oder an Informatik, an den MINT-Fächern interessierten Grundschüler dann das Schülerforschungszentrum nutzen, dessen Eröffnung für Ende 2016 geplant ist.

"Es geht darum, dass die Schülerinnen und Schüler gerade in der Oberstufe sich vorbereiten auf das, was nach der Schule kommt. Und dazu zählt in vielen Fällen die Universität als einer der beiden Wege – entweder eine universitäre oder eine duale Berufsausbildung zu wählen. Und wenn man auf diese Art und Weise hier gleich ein Bein in der Universität hat und die Universität kennenlernt, dann ist das glaube ich der richtige Weg für Schülerinnen und Schüler."

100, später 200 Schülerinnen und Schüler sollen das Schülerforschungszentrum nutzen können. 1,2 Millionen Euro gibt die Hamburger Schulbehörde in den nächsten zehn Jahren aus, einen siebenstelligen steuert die Universität bei. Mit je einer Million Euro unterstützen die Joachim Herz-Stiftung, die Körber-Stiftung und der Verband der Metall- und Elektro-Industrie das Projekt. Für alle von den Naturwissenschaften begeisterten Jugendlichen wird das Labor aber nicht offenstehen, erklärt Hamburgs Schulsenator Ties Rabe:

"Es ist ein besonderes Angebot, dass sich nur dann lohnt, wenn jemand in Mathematik und den Naturwissenschaften auch schon in der Schule durch besondere Leistungen auffällt. Und deswegen ist es schon etwas für diejenigen, die als leistungsstärker oder als begabte Schülerinnen und Schüler schon auf sich aufmerksam gemacht haben. Aber wir haben glaube ich für alle etwas im Angebot. Wir haben eine ganze Reihe auch von Wettbewerben in der Zusammenarbeit mit der Universität, die sich auch an die breite Masse der Schülerinnen und Schüler richtet. Dieses Angebot soll aber speziell den Begabten Rückenwind geben."

Bauarbeiten dauern circa ein Jahr

Die Zwillingsgeschwister Luisa und Johannes Schiffner freuen sich schon auf die Eröffnung.

"Vor allem, dass man selber immer was herausfinden kann und auch neue Sachen entdeckt. Auch wenn nicht immer alles klappt, dass man dennoch etwas daraus lernen kann."

Bislang können sie für ihre junge Forschung nur die begrenzten Möglichkeiten an ihrer Schule nutzen. Ein Jahr werden die Bauarbeiten und die Ausrüstung des neuen Labors in den Räumen der Uni Hamburg nun dauern. Dann stehen für die Schülerinnen und Schüler geschultes Personal und professionell ausgestattete Arbeitsplätze bereit, die sich die Hamburger Gymnasien und Stadtteilschulen niemals leisten könnten.

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