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StartseiteHintergrundStrom auf heißem Sand14.01.2012

Strom auf heißem Sand

Die Zukunft der Solarenergie in Ägypten

Bis 2020 will Ägypten seine Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen auf 20 Prozent erhöhen. Das Land hat die idealen Voraussetzungen dafür: ebene Wüstenlandschaften und ein fast immer wolkenloser Himmel. Auch das Großprojekt Desertec plant Solarfelder auf dem Sonnengürtel Nordafrikas.

Von Anne Demmer

Solarpanels wandeln das Licht der Sonne in elektrische Energie um. (Stock.XCHNG / Steve Woods)
Solarpanels wandeln das Licht der Sonne in elektrische Energie um. (Stock.XCHNG / Steve Woods)

Manschiyyet Nasser - ein Slum am Rande der Mega-Metropole Kairo. Hier leben die Menschen vom Müllsammeln und Recyceln. Vorwiegend sind es koptische Christen. Es riecht säuerlich nach Unrat, Abgasen und verbranntem Plastik. Eselkarren und Lastwagen mit Meter hohen Müllpaketen schlängeln sich durch die schmalen ungepflasterten Gassen. Am Straßenrand sitzen Männer und trinken Tee.

Hannah Fathy steht auf dem Hausdach seiner Schwägerin Sherin. Die Mittagssonne brennt. Er beugt sich über zwei Solarpaneele, die mit gelbem Wüstenstaub bedeckt sind. Kopfschüttelnd fährt der 27-jährige Ingenieur mit dem Finger über die Glasfläche und wendet sich dann seiner Schwägerin und ihrem Mann zu.

"Es reicht nicht, wenn man die Anlage einmal im Monat sauber macht, das muss man mindestens zwei Mal in der Woche tun. Hier der ganze Schmutz, da kommt die Sonne ja gar nicht mehr durch. Der Staub ist wie eine Wolke, die sich darüber schiebt."

Hanna Fathy war einer der ersten in seinem Viertel, der auf seinem Hausdach eine Solaranlage installiert hat. Vor fünf Jahren schloss er sich dem Projekt "Solar CITIES" an, das von der amerikanischen Entwicklungshilfeorganisation USAID gefördert wurde. Aus Aluminiumresten, Glas, Kupferrohren und Dämmmaterial aus Styropor hat Hanna Fathy dort gelernt eine Solarheizung für Wassertanks zu bauen.

Mittlerweile profitieren 27 Familien in Mansyiat Nasser - der Müllstadt, wie sie auch genannt wird - von diesem System. Sie haben es geschafft, sie müssen ihr Badewasser nicht länger umständlich in einem Topf auf einem Kerosinkocher erhitzen. Dank der Solaranlage stehen nun 180 Liter warmes Wasser zur Verfügung. Soviel fasst der Tank. Das spart Energiekosten, sagt Hanna Fathy, und nicht nur das:

"Die Leute arbeiten hier mit Müll. Ihre gesamte Kleidung, ihre Hände, ihre Häuser, der gesamte Ort ist voller Schmutz. Deshalb ist es ganz wichtig, dass sie heißes Wasser haben, um ihre Häuser zu säubern, um duschen zu können und um ihre Kinder vor Infektionen zu schützen. Die Menschen hier sind sehr arm und viele nutzen immer noch Kerosinkocher, oder sie verbrennen Plastik.Das ist nicht gesund. Die meisten Leute kennen keine solarbetriebenen Warmwasseranlagen. Sie können nicht glauben, dass man mit Hilfe von Sonnenstrahlen Wasser erwärmen kann."

Ortswechsel. Ein Fünf-Sterne-Hotel im Zentrum von Kairo, rund zehn Kilometer von der Müllstadt entfernt. Paul van Son, der Chef der Desertec-Industrieinitiative, hat zu einer Konferenz geladen, um für ein gigantisches Wüstenstromprojekt zu werben. Es trägt den Namen Desertec. Rund 400 Gäste sind der Einladung gefolgt.

Die Hälfte der Anwesenden stammt aus der Region; vorwiegend Männer in dunklen Anzügen, weißen Hemden und Krawatten. Einige sind Desertec-Gesellschafter der Deutschen Bank, von der Firma Siemens und der Münchener Rückversicherungsgesellschaft. Aber auch Wissenschaftler und Politiker interessieren sich für das Wüstenstromprojekt.

2009 hatte sich die Desertec-Industrieinitiative in München gegründet. Aus zwölf Gründungsmitgliedern sind mittlerweile über 50 Gesellschafter geworden. Ihre Vision: Im Jahr 2050 sollen rund 15 Prozent des europäischen Energiebedarfs mit Wüstenstrom gedeckt werden. Dafür plant das Desertec-Konsortium Solarfelder auf dem Sonnengürtel Nordafrikas, dort wo die Sonne am stärksten strahlt, so Geschäftsführer Paul van Son.

"Wenn wir ganz konkret von Projekten sprechen, dann werden wir uns erst mal auf Marokko, Algerien und Tunesien konzentrieren. Langfristig planen wir aber auch Projekte in Ägypten, in Libyen, Jordanien, Syrien - und irgendwann soll es auch einen Anschluss an die Türkei geben. Um es jetzt noch einmal ganz konkret zu sagen: Nach den ersten Anlaufprojekten innerhalb der nächsten zehn Jahre erwarten wir, dass in Ägypten ab dem Jahr 2020 eine große Entwicklung stattfinden wird."

Nur ein paar Fußminuten vom Hotel entfernt befindet sich der Tahrir-Platz, das Symbol der ägyptischen Revolution. Dort, wo das Militär auf Demonstranten schoss und nach wie vor protestiert wird. Doch Paul van Son winkt ab. Der arabische Frühling bereitet ihm keine Sorgen:

"Es wird die Entwicklung von Desertec nicht stören. In einigen Ländern werden wir sicherlich langsamer voran kommen und in andern Ländern geht es sicher schneller. Kurzfristig gibt es Herausforderungen, aber langfristig ist es eigentlich bedeutungslos."

Kairo, die Stadt am Nil, wurde bewusst für die Konferenz ausgewählt. Auch wenn Ägypten nicht an erster Stelle der europäischen Wüstenstromvision steht, soll das Land möglichst früh eingebunden werden, so der Geschäftsführer der Desertec-Industrieinitiative. Und nicht nur, weil die Sonne hier mit sehr hoher Intensität drei Mal so lange strahlt, über das Jahr gesehen, wie in Deutschland.

"Ägypten ist ein sehr wichtiges Land zwischen Nordafrika und dem Nahen Osten, aber genauso ist die Verbindung zu Europa - auch kulturell bedingt - sehr stark. Ägypten könnte ganz langfristig eine wichtige Rolle im Bereich Energie einnehmen in der Region."

Auch Ägypten selbst hat großes Interesse, Teil der gigantischen Sonnen-Sammelanlage zu werden. Denn die Gasvorräte des Landes neigen sich dem Ende zu und die Bevölkerung wächst rasant. Entsprechend wird der Stromverbrauch stark ansteigen, um rund acht Prozent jedes Jahr, rechnet der ägyptische Energieminister Hassan Younes.

"Nun müssen auch wir nach anderen Lösungen suchen. Solarenergie ist da eine gute Alternative für die Zukunft. Und wir können hier viel Sonnenenergie produzieren, die auch nach Europa exportiert werden kann. Ich glaube, dass es eine sehr gute Partnerschaft zwischen Europa und den Nordafrikanischen Ländern geben kann."

Bis 2020 will Ägypten seine Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen auf 20 Prozent erhöhen. Und das Land hat die idealen Voraussetzungen dafür: Ebene Wüstenlandschaften und ein fast immer wolkenloser Himmel. Neben der Kooperation mit europäischen Ländern gebe es auch nationale Ziele, betont Adel Khalil vom Regionalen Zentrum für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, einer regionalen Denkfabrik mit Sitz in Kairo.

"Wir wollen nicht nur die Energieversorger für Europa sein, wir haben natürlich auch unsere eigenen Interessen in der Region. Es werden vor allen Dingen Arbeitsplätze dadurch geschaffen, die entsprechende Industrie und die Infrastruktur dafür. Wir rechnen mit zehn neuen Jobs pro Megawatt Strom. Man kann sich vorstellen, was das bedeutet, wenn es um Großprojekte geht, die sich im Gigawatt Bereich bewegen. Das sind dann über eine Million neue Jobs. Und wenn es Wachstum gibt, dann wird es auch weniger Gewalt geben und weniger Terrorismus."

Und er fügt hinzu:

"Für mich ist das Projekt wie eine Ölquelle, weil jeder Quadratkilometer Wüste kann genauso viel Energie produzieren wie zwei Millionen Barrel Öl, nur dass man keine Pipeline mehr hat, sondern elektrische Kabel. Das ist also unsere neue harte Währung hier in der Region."

Eine Autostunde von Kairo entfernt, in Kuraymat, wird der Konferenzgesellschaft die Zukunft präsentiert. 2000 Parabolspiegel blinken in der Wüstensonne. Sie sind von einer Mauer umgeben, die den Wind abhalten soll. 2008 wurde mit dem Bau der Anlage begonnen, mit finanzieller Unterstützung der Weltbank. Durch die politischen Ereignisse musste der Projektstart jedoch immer wieder verschoben werden, die ausländischen Partner haben zeitweise das Land verlassen.

Seit Juni dieses Jahres läuft die Anlage nun, sogar mit einer höheren Leistung als ursprünglich geplant, acht Prozent mehr Ertrag. Entwickelt wurde das Solarfeld von dem deutschen Unternehmen Solar Millenium in Zusammenarbeit mit dem ägyptischen Unternehmen Orascom. Sechs deutsche Mitarbeiter lernen die 20 lokalen Kräfte derzeit an. In zwei Jahren soll die solarthermische Anlage dann komplett in ägyptische Verantwortung übergeben werden.

Mit 150 Megawatt-Leistung ist Kuraymat allerdings eher ein kleines Kraftwerk. Es ist ein Hybridkraftwerk und nutzt Erdgas und Solarenergie zur Stromerzeugung. Für den solaren Anteil wird mithilfe von Spiegeltechnik Wasser erhitzt. Der entstehende Wasserdampf treibt dann Turbinen an. So wird ein Sechstel des Stroms produziert. Der Rest wird mithilfe von Gasturbinen erzeugt erklärt Georg Brackmann, Geschäftsführer von Fichtner Solar, der den Bau der Anlage überwacht hat.

"Was wichtig ist hier, dass man dieses Prinzip prüft und sicher stellt, es funktioniert; wir können in ein Gaskraftwerk Solarstrom integrieren und dadurch wird das ganze kostengünstiger."

Durch die Kombination von Solarenergie und Erdgas kann die Anlage rund um die Uhr Strom produzieren. Es ist die erste ihrer Art in Ägypten, betont Mohamad El Sobki der Leiter des Zentrums für Energieforschung von der Universität in Kairo.

"Das ist jetzt natürlich noch nicht so viel, was an Solarenergie gewonnen wird. Aber das ist ein gutes Beispiel für Technologietransfer. Und in einem weiteren Schritt überlegt man jetzt, wie man Parabolspiegel lokal und effizient produzieren kann. Wir haben bereits ein paar Glasmanufakturen hier in Ägypten, es gibt da schon ein paar Produkte. Kuraymat ist auf jeden Fall der Türöffner für weitere Projekte. Das ist wirklich ein positiver Start. Der Betrieb der Anlage wird genau beobachtet. Es wird eine Lernkurve geben."

In Kom Ombo in der Nähe von Assuan ist bereits eine weitere 100-Megawatt-Anlage in Planung. Ein solarthermisches Kraftwerk, das - nach spanischem Vorbild - Wärme auch speichern kann. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) begleitet die Projektentwicklung und wird es finanziell unterstützen, so Wolfgang Reuss, der Abteilungsleiter der Region Mittlerer Osten und Nordafrika. 600 Millionen Euro wird es voraussichtlich insgesamt kosten.

"Die Investitionskosten sind immens. Am Ende ist es eine Langfriststrategie, die man damit fährt. Es ist klar, wenn sie das heute mit einem thermischen Gas befeuerten Kraftwerk vergleichen, sind die Gestehungskosten, also die Kosten pro Kilowattstunden Strom, deutlich höher. Aber wir glauben daran, dass die Preisschere sich in beide Richtungen bewegen wird: Solarenergie wird günstiger werden, thermische Energie wird teurer werden, zumal die fossilen Brennstoffe einfach teurer werden und deswegen glaube ich, lohnt es sich jetzt heute und jetzt auch in solchen größeren Summen zu investieren."

In der Müllstadt sitzt Hanna Fathy in einem Teehaus. Vor ihm steht ein Glas mit Minztee. Er hatte von der Desertec-Konferenz gehört, sich in Sweatshirt und blauer Jeans in den Bus gesetzt, samt ein paar selbst geschriebenen Visitenkarten im Rucksack. Er ist durch die marmorne Empfangshalle des Hotels gelaufen, durch den Security Check und hat sich zu den Konferenzräumen durchgefragt. Hanna Fathy wollte auch teilhaben am Fortschritt, Kontakte knüpfen, sich informieren, lernen ob und wo er gebraucht werden könnte. Am Eingang hat man ihn abgewiesen, umgerechnet 500 Euro sollte er Eintritt zahlen, was er natürlich nicht konnte, erzählt er. Dennoch ist Hanna Fathy optimistisch:

"Ich finde Desertec gut. Es ist eine Chance für junge Leute in der Region, und es gibt einen Austausch. Wir bekommen von den Europäern die Technologie, so dass wir Projekte schneller umsetzen können, und wir Nordafrikaner stellen die Energie zur Verfügung, die sie brauchen. Es wird viele Jobs bringen."

Hanna Fathy ist auf der Suche nach einem neuen Job. Für "Solar CITIES" arbeitet er ehrenamtlich. Früher führte er Touristen durch sein Viertel, zeigte ihnen wie man Müll sinnvoll recyceln kann und natürlich präsentierte er ihnen die Warmwasser- Solaranlage, die er selbst gebaut hat. Doch die Touristen bleiben wegen der angespannten politischen Lage seit Monaten aus.

"Ich arbeite als Übersetzer, als Lehrer für Umweltbildung oder als Müllsammler. Damit verdiene ich jedoch nicht genug. Mit dem, was ich verdiene, bezahlen wird das Nötigste: Essen, Trinken, Strom. Ich habe nicht jeden Tag Arbeit und es gibt immer wieder auch Probleme: Demonstrationen, Straßenschlachten."

Die Solarpaneele auf dem Dach von Hanna Fathys Haus sind anfangs misstrauisch beäugt worden. Inzwischen sind sie eine Attraktion. Weitere Anlagen wird es in nächster Zeit in der Müllstadt jedoch nicht geben. Die Förderung ist ausgeschöpft, sagt Hanna Fathy.

"Manchmal sagen Freunde und Bekannte zu mir: Du hast den ganzen Tag warmes Wasser, wir wollen das auch. Dann muss ich sie leider enttäuschen, denn ohne die finanzielle Förderung sind die Solarpaneele unerschwinglich."

Eine Anlage kostet rund 400 Euro. Der Durchschnittsverdienst der Menschen in der Müllstadt liegt jedoch bei weniger als zwei Euro am Tag und Kredite sind kaum zu bekommen. Bei den derzeit stark subventionierten Strom- und Gaspreisen macht sich die Installation von Solarpaneelen erst nach 15 Jahren bezahlt, sagt Hanna Fathy.

"Die Subventionen sollten endlich aufgehoben werden und es sollte den Leuten vielmehr geholfen werden, dass sie endlich Jobs bekommen und genug verdienen, damit sie sich Solarenergie oder alternative Energien leisten können."

Zurück zur Konferenz. Dort wird gerade über die Kosten der Wüstenstromprojekte diskutiert. Von 400 Milliarden Euro ist die Rede, die benötigt werden, um die Desertec-Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Ein stolzer Betrag, der schwer zu beschaffen ist. Doch die Energiewende in Deutschland hat die Wüstenstromvision beflügelt. Allerdings sieht Ernst Rauch, Desertec-Gesellschafter von der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, auch noch andere Hindernisse. Die Rahmenbedingungen müssten sich, gerade auch in Ägypten, ändern.

"Wir haben hier ein Subventionsregime, das alles andere als hilfreich ist, um diese neuen Technologien, erneuerbare Energien schneller in den Markt zu bringen. Es findet jetzt die Subvention der Fossilen, der Konventionellen statt, aber die Politik muss am Ende entscheiden was sie will."

Nach wie vor sind fossile Brennstoffe die preiswerteste Alternative, was derzeit private Investoren noch hemmt in teure Solarkraft zu investieren. Auch Desertec-Chef Paul van Son, ist überzeugt, dass die Finanzierung des Projekts die größte Herausforderung sein wird:

"Die Kapitalseite wird von den Gesellschaftern geliefert. Was wir aber zusätzlich brauchen, ist Unterstützung von den Regierungen, zum Beispiel bei der Abnahme von Strom. Der Strompreis, das Stromkostenniveau von den Solaranlagen ist momentan noch sehr hoch im Vergleich zu fossilen Energieträgern. Und die Differenz, die sich daraus ergibt, kann eigentlich nur durch staatliche Unterstützung gedeckt werden."

Paul van Son hofft auf Unterstützung der deutschen Bundesregierung. Doch da wird sich das Wüstenstromprojekt mit anderen Vorhaben messen müssen, sagt Oliver Geden, Energie-Experte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik:

"Das wird natürlich dazu führen, dass die Bundesregierung oder eben auch andere Länder in der Europäischen Union mal abwägen, was bringt uns Desertec in Konkurrenz zu anderen möglichen Energiequellen oder Produktionsstrukturen. Dann wird Desertec sich gewissermaßen gegen Windstrom aus der Nordsee behaupten müssen. Dann kann es Desertec auch passieren, dass die Bundesregierung sagt, für uns sind andere Strukturen wichtiger als Desertec."

Ein erstes echtes Desertec-Referenzprojekt soll schon im nächsten Jahr angeschoben werden, schneller als man ursprünglich dachte. In Marokko sind die Voraussetzungen besonders günstig. Der große Vorteil dort: Durch eine bereits bestehende Leitung zwischen Casablanca und Gibraltar könnte der erste Strom bereits in wenigen Jahren nach Europa fließen, so Paul van Son.

"Die Exportfrage ist eher eine langfristige Frage. Wir wollen aber mit dem Export schon anfangen, um das Prinzip zu testen, um auch deutlich zu machen, dass man anfangen muss Netze zu bauen, weil das wirklich lange dauern wird. Es wird wahrscheinlich viele Jahrzehnte dauern bis man die Netzinfrastruktur erweitert hat, so dass Europa auch maximal von diesen Quellen profitieren kann."

In der Müllstadt dämmert es bereits. Aus der Ferne hört man aus dem muslimischen Viertel die Rufe des Muezzin. Hanna Fathy steht auf dem Dach seines Hauses und lehnt sich über eine kleine Mauer. Im Haus gegenüber sortieren seine Nachbarn Müll. Er wird weiter die Warmwasseranlagen in der Nachbarschaft reparieren, ohne dass er dafür Geld bekommt und Ökoführungen machen, wenn die Touristen wieder ins Land kommen. Doch er bleibt optimistisch und hat seine eigene Zukunftsvision.

"Hier drüben sieht man eine Solaranlage und da ganz weit hinten auch noch eine. 27 Anlagen gibt es insgesamt in der Müllstadt. Und irgendwann wird dies hier der Stadtteil sein, der die meisten Solaranlagen für Warmwasser auf den Dächern hat."

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