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StartseiteSport am WochenendeNelson Mandela und der Sport06.12.2013

SüdafrikaNelson Mandela und der Sport

Boxen, Laufen und natürlich Fußball: Nelson Mandela war immer an Sport interessiert, auch während seiner Haft auf Robben Island. Fußball durfte er selbst dort nicht spielen, doch die Ergebnisse der Gefängnisspiele hat er immer erfahren.

Von Ronny Blaschke

Ein Plakat von Nelson Mandela zur Fußball-WM in Südafrika (AP)
Ein Plakat von Nelson Mandela zur Fußball-WM in Südafrika (AP)
Weiterführende Information

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Früher hatte der Kutter Widerstandskämpfer nach Robben Island gebracht, im Sommer 2010 waren es vor allem Fußballfans. Während der Weltmeisterschaft in Südafrika informierten sich Hunderte Gäste in der Gedenkstätte über einen der größten Freiheitskämpfer des 20. Jahrhunderts. Nelson Mandela hatte 18 seiner 27 Gefängnisjahre auf Robben Island verbracht. In einer Zelle, die kleiner war als die Käfige der Wachhunde. Bis zu 1400 Häftlinge saßen auf der Insel gleichzeitig ein. Einmal in der Woche durften einige Fußball spielen, für dreißig Minuten, berichtete Yasin Mohamed, der viele Jahre Besucher über die Insel geführt hat.

Touristen besuchen die Zelle von Nelson Mandela auf Robben Island (AP)Touristen besuchen die Zelle von Nelson Mandela auf Robben Island (AP)"Es gab eine Fußballliga mit eigenen Schiedsrichtern, eigenen Regeln und Gesetzen. Für sie war es eine Möglichkeit, um die Monotonie in der Zelle zu unterbrechen und Spaß zu haben. Gleichzeitig konnten sie sich untereinander austauschen und sich über das Geschehen auf dem Festland auf dem Laufenden halten."

Die Fußballliga auf Robben Island war nach Makana benannt worden, einem Krieger der Volksgruppe Xhosa. Die Insel war in acht Klubs aufgeteilt, sie hießen Blue Rocks oder Atlantic Raiders, Spenden des Roten Kreuzes ermöglichten ihnen Trikots und Schuhe. Selbst verfeindete Insassen aus verschiedenen Ethnien und politischen Strömungen kamen sich auf dem Fußballplatz näher. Nelson Mandela beobachtete das Geschehen durch die Gitter seiner Zelle, er war stets an Sport interessiert gewesen, am Boxen oder Laufen. Doch Fußball durfte er auf der Insel nicht spielen. Er sei für den Widerstand zu wichtig gewesen, berichtete der Museumsmitarbeiter Sparks Mlilwana. Die Wärter hatten sogar eine Mauer gebaut, um Mandela die Sicht zu versperren. Doch die Ergebnisse erfuhr er trotzdem:

"Das Gefängnis hatte die Absicht, dich zu zerstören. Tennis wurde genutzt, um die Informationen von einer Sektion zu anderen zu transportieren. Sie haben den Ball hinübergeworfen, der Fänger öffnete ihn und konnte die Information lesen."

Die Fußballliga von Robben Island ist nachträglich Ehrenmitglied des Weltfußballverbandes FIFA geworden, anlässlich des 89. Geburtstages von Nelson Mandela. Im Dezember 2009 fand dann eine Sitzung des Exekutivkomitees auf der Insel statt. Für Mandela war Sport ein Instrument, um die Bevölkerungsgruppen der Regenbogennation einander näher zu bringen. Er warb für Südafrika als Gastgeber bedeutender Wettbewerbe. Und das Land wurde belohnt: 1995 überreichte Mandela im grün-goldenen Trikot der Springboks dem südafrikanischen Rugbyteam den WM-Pokal. Ein Jahr später gewannen die Kollegen im Fußball die Afrikameisterschaft. Und 2010? Nelson Mandela wurde vor dem Endspiel der Fußball-WM durch das Stadion von Johannesburg gefahren. Er war von Krankheiten geschwächt, doch er lachte und grüßte das Publikum. Damit bescherte er dem Turnier noch vor dem Finale seinen wahren Höhepunkt.

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