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Weltraumrepublik Venus

Von Dirk Lorenzen

Zur Venus fliegen irdische Raumsonden, aber von der Venus kommt nichts (Esa)
Zur Venus fliegen irdische Raumsonden, aber von der Venus kommt nichts (Esa)

Gut eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang zeigt sich noch immer unser Nachbarplanet als Abendstern am Westhimmel. Am 6. Juni geht diese prachtvolle Sichtbarkeitsperiode der Venus mit einem Durchgang vor der Sonne zu Ende.

Die Venus zieht dann für etwa sieben Stunden genau vor der Sonnenscheibe entlang. Dieses spektakuläre Himmelsereignis ist wunderschön und vollkommen ungefährlich.

Vor gut fünfzig Jahren, im beginnenden Weltraumzeitalter, haben zwei Betrüger Unwissenheit und Angst mancher Zeitgenossen in Bezug auf die Geschehnisse im Universum skrupellos ausgenutzt.

Sie gaben sich als die zukünftigen Herrscher einer gerade entstehenden "Weltraumrepublik Erde" aus. Als solche stünden sie in ständigem Kontakt mit Vertretern der "Weltraumrepublik Venus".

Aufgrund ihrer privilegierten Position seien sie in der Lage, Schutzpässe zu verkaufen, deren Inhaber bei der unmittelbar bevorstehenden Invasion der aggressiven Venusianer nichts zu befürchten hätten.

Natürlich landeten niemals Venuskrieger auf der Erde, dafür aber die beiden Scharlatane im Gefängnis. Zuvor hatten sie über Jahre fast eine Million Mark ergaunert. Ein Bericht aus damaliger Zeit vermerkt süffisant, zu den Kunden hätten vor allem Lehrer, Ärzte, Industrielle und Offiziere gezählt.

Heute braucht sich niemand von der Venus bange machen zu lassen. Genießen Sie einfach die vorerst letzten Wochen des Abendsterns am Himmel und freuen Sie sich auf den Venustransit Anfang Juni.

Dieses äußerst seltene Ereignis werden Sie ebenso fröhlich überstehen wie den angeblichen Weltuntergang im Dezember – und zwar ganz ohne Schutzpass.

Der Planet Venus

Venus als Raumfahrtziel

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