100. Geburtstag von Hans-Heinrich VoigtEffelsberg, ESO und der Abriss der Astronomie

Hans-Heinrich Voigts Name ist untrennbar mit dem Standardwerk der Himmelskunde verbunden: Der "Abriss der Astronomie" ist kein klassisches Lehrbuch sondern ein Nachschlagewerk, in dem sich alle wesentlichen Daten und Formeln finden. In diesem Jahr hätte er 100. Geburtstag gefeiert.

Von Dirk Lorenzen | 18.04.2021

Hans-Heinricht Voigt war 23 Jahre lang Direktor der Gaußschen Sternwarte in Göttingen
Hans-Heinricht Voigt war 23 Jahre lang Direktor der Gaußschen Sternwarte in Göttingen (Deutschlandradio/Lorenzen)
Vor 100 Jahren kam in Eitzendorf bei Nienburg Hans-Heinrich Voigt zur Welt. Nach dem Studium in Göttingen beschäftigte er sich vor allem mit der Physik der Sonne und der Sterne.
Voigt war in Kiel, Hamburg und am Lick-Observatorium in Kalifornien tätig, das damals über ein für deutsche Verhältnisse unfassbar großes Teleskop von drei Metern Durchmesser verfügte. Zu seinen Lehrern gehörten mit Paul ten Bruggencate, Otto Heckmann und Albrecht Unsöld drei besonders einflussreiche Astronomen.
Der Göttinger Astronom Hans-Heinrich Voigt (1921-2017)
Der Göttinger Astronom Hans-Heinrich Voigt (1921-2017) (Gauß-Gesellschaft)
1963, im Alter von 42, wurde Hans-Heinrich Voigt Direktor der Göttinger Universitätssternwarte. Auf dieser Stelle war er der siebte Nachfolger von Carl Friedrich Gauß.

Leitlinie für zwei Jahrzehnte

Schon ein Jahr zuvor hatte er für die Deutsche Forschungsgemeinschaft die erste "Denkschrift zur Astronomie" verfasst – dieses Werk gab eine Leitlinie für die folgenden zehn bis 20 Jahre vor.
Darin wurde unter anderem der Bau des Radioteleskops Effelsberg und die deutsche Beteiligung an der sich gerade gründenden Europäischen Südsternwarte in Chile empfohlen.
Für sein Göttinger Institut setzte er auf Sonnenobservatorien erst in Locarno und später auf Teneriffa.
Bis heute ist Hans-Heinrich Voigts Name untrennbar mit dem Standardwerk der Himmelskunde verbunden: Der "Abriss der Astronomie" ist kein klassisches Lehrbuch sondern ein Nachschlagewerk, in dem sich vom Planetensystem bis zur Kosmologie alle wesentlichen Daten und Formeln finden.
2017 ist Hans-Heinrich Voigt im Alter von 96 Jahren gestorben.