
Den Angaben zufolge sind Alleinerziehende und alleinlebende Personen am stärksten betroffen. Überdurchschnittlich hoch sei die Armut auch in den Altersgruppen zwischen 18 und 25 sowie ab 65 Jahren. Die höchste Armutsquote hat laut dem Bericht Bremen, gefolgt von Sachsen-Anhalt. Am niedrigsten ist sie in Bayern und Baden-Württemberg. Frauen seien zudem etwas häufiger betroffen als Männer.
Verband warnt vor Sozialkürzungen
Angesichts der Entwicklung warnte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Rock, vor Kürzungen im Sozialsystem. Er sagte im Deutschlandfunk, zusätzliche Einsparungen würden die Krise verschärfen. Als Beispiele nannte Rock das Wohngeld und den Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende. Er verwies darauf, dass die Armutsquote zuletzt zweimal in Folge gestiegen sei.
2020 waren dem Bericht zufolge etwa 13,2 Millionen Menschen in Deutschland armutsbetroffen - bis 2023 ging die Zahl auf rund 12,1 Millionen zurück. Danach stieg sie wieder an. Daten aus der Zeit vor 2020 seien wegen veränderter Erhebungsmethoden nur eingeschränkt vergleichbar, so der Verband.
Wer gilt als arm?
Nach EU-Definition gelten Menschen als arm, die in einem Haushalt leben, der weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens aller Haushalte in Deutschland zur Verfügung hat. Zum Einkommen zählen auch Wohn- und Kindergeld und andere Sozialleistungen. Im Jahr 2025 lag die Grenze bei 1.445 Euro im Monat für eine alleinlebende Person.
Weiterführendes
Sagen & Meinen - Über Armut sagen die Zahlen wenig aus
Diese Nachricht wurde am 02.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
