Neue Riester-Rente
230.000 Menschen fordern günstigeres Altersvorsorge-Depot

Vor der heutigen Bundestagsdebatte hat eine Online-Petition für ein kostengünstiges Altersvorsorge-Depot deutlich an Rückhalt gewonnen. Mehr als 230.000 Menschen haben laut dem Verbraucherportal Finanztip binnen zwei Wochen eine Initiative unterzeichnet, die einen verbindlichen Kostendeckel von maximal 0,5 Prozent für den geplanten Riester-Nachfolger fordert.

    Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) spricht am 12.4.2002 beim Bundeskongress der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der Saarbrücker Saarlandhalle.
    Walter Riester, SPD, war von 1998 bis 2002 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, nach ihm ist die Riester-Rente benannt. (dpa)
    Anbieter von Investmentfonds oder anderen Finanzprodukten - meist Banken, Sparkassen und Versicherungen - nehmen Gebühren für Verwaltung und Bereitstellung. Diese Kosten können sich auf über 2 Prozent belaufen. Als besonders günstig gelten indes sogenannte ETF, die Anleger schon für unter 0,1 Prozent für ihr Depot erwerben können.
    Eine Finanztip-Sprecherin sagte dem Deutschlandfunk, der große Zuspruch für die Petition sei bemerkenswert und zeige, wie viele Menschen das Thema interessiere und mobilisiere. Bei einem zu hohen Kostendeckel bestehe die Gefahr, dass erneut viel Rendite nicht bei den Verbrauchern lande. Wie schon bei Riester werde es so vielfach dazu kommen, dass insbesondere weniger informierten Menschen "undurchsichtige Verträge aufgeschwatzt" würden, bei denen die tatsächlichen Kosten weit über einem Prozent liegen könnten. Die Unterschriften sollten gestern im Parlament übergeben werden.
    Mit der Reform der privaten Altersvorsorge soll die staatlich geförderte Riester-Rente abgelöst werden. Der Gesetzentwurf sah zunächst die Einführung eines Standardprodukts mit einem Kostendeckel von 1,5 Prozent vor. Union und SPD einigten sich aber darauf, den Deckel auf ein Prozent zu senken. Aus Sicht von Finanztip immer noch deutlich zu viel, wie es heißt.

    "Chance auf einen echten Neustart der Riester-Rente"

    Der Sozialverband VdK warnte angesichts der Reformpläne, viele Menschen könnten sich eine private Vorsorge nicht leisten. Gerade für Menschen mit niedrigen Einkommen sei die gesetzliche Rente oft die einzige verlässliche Absicherung im Alter. Sie müsse das Fundament der Alterssicherung bleiben.
    Der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, Asmussen, begrüßte die geplante Neuregelung der privaten Altersvorsorge grundsätzlich. Asmussen sagte im Deutschlandfunk, die Nachfolge der Riester-Rente sei die Chance für einen echten Neustart. Die Akzeptanz für Riester sei nicht mehr da gewesen. Kritisch äußerte sich Asmussen zu dem vorgesehenen staatlichen Standardprodukt. Hier seien noch zahlreiche Einzelheiten nicht geklärt. Zudem trete der Staat zugleich als Spieler und als Schiedsrichter auf.
    Diese Nachricht wurde am 27.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.