Mittwoch, 20.10.2021
 
Seit 00:05 Uhr Fazit
StartseiteSport AktuellWenn die Golf-Elite ihre Egos zu Hause lässt23.09.2021

43. Ryder Cup in den USAWenn die Golf-Elite ihre Egos zu Hause lässt

Emotionen, Teamgeist, Hingabe: Beim 43. Ryder Cup messen sich die Golf-Teams aus den USA und Europa miteinander. Der deutsche Profi Martin Kaymer soll beim prestigeträchtigen Kontinentalvergleich als Vizekapitän das Team Europa zusammenhalten und zur Titelverteidigung führen.

Von Katrin Brand

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Der Österreicher Bernd Wiesberger (Team Europa) schläft einen Golfball beim Ryder Cup in den USA (imago / GEPA pictures)
Am Ufer des Michigansees will die Auswahl aus Europa den Ryder Cup verteidigen (imago / GEPA pictures)
Mehr zum Thema

Martin Kaymer Ende eines langen Formtiefs

Buch von Journalist Rick Reilly Wie Donald Trump beim Golf betrügt

Golf bei Olympia Mehr als nur Fototapete?

"Zwei Teams, zwei Kapitäne, die die größten Champions von beiden Seiten des Atlantiks anführen!" Es dräut und raunt im offiziellen Trailer für den Ryder Cup, nichts weniger als ein großes Drama wird da versprochen. Man kann es natürlich auch nüchterner formulieren, so wie Rory McIroy: "Es ist eines der besten, wenn nicht das beste Ereignis im Golf", und er freue sich, wieder dabei zu sein, sagte der Nordire diese Woche.

Ryder Cup ist, wenn alle zwei Jahre die Golf-Elite ihre Egos zu Hause lässt und stattdessen im Team versucht, die Besten vom anderen Kontinent zu schlagen. Team USA gegen Team Europa. Und Team USA steht, vorsichtig formuliert, wahnsinnig unter Druck. "Wir haben zu oft nicht auf der Gewinnerseite gestanden", sagte Steve Stricker, der Kapitän des US-Teams diese Woche, nämlich nur dreimal bei den vergangenen zwölf Spielen.

2018 haben die Europäer gewonnen, gespielt wurde in Frankreich. 2020 fiel der Wettbewerb wegen Corona aus, und nun, in Whistling Straits am Lake Michigan, wollen die Amerikaner endlich den Titel holen.

Fans aus Europa konnten wegen der Pandemie nicht anreisen

Im Schnitt sei das US-Team fünf Jahre jünger als das Team Europa, darauf setzt Steve Stricker. Vor allem aber sind die zwölf US-Spieler sehr, sehr gut und direkt von der Spitze der Weltrangliste gefischt - auch wenn der Spanier Jon Rahm derzeit auf Platz eins sitzt. Der nächstbeste Europäer kommt erst auf Rang 14, der Norweger Victor Hovland.

Die Ryder-Cup-Trophäe steht auf einem weißen Stuhl (imago / GEPA pictures)Begehrte Trophäe: Die besten Golfer aus Europa und den USA spielen als Team um den Ryder-Cup-Titel (imago / GEPA pictures)

Doch Padraig Harrington, der Kapitän von Team Europa, setzt auf die Erfahrung seiner 12 Leute, die sei wichtig bei einem Auswärtsspiel. Veteranen wie Jon Rahm, Rory McIlroy, Tommy Fleetwood und Sergio Garcia wissen, was passiert, wenn sie in den USA gegen die USA antreten. Es wird laut, es wird aufregend. Etwas anderes als USA-Rufe wird kaum zu hören sein, denn wegen der Pandemie konnten die Fans aus Europa nicht einreisen.

2012 spielte Martin Kaymer den entscheidenden Putt

Ganz anders 2012 in Medinah, Illinois. Da drehten die deutschen Fans durch, weil Martin Kaymer mit dem entscheidenden Putt den Sieg für Europa geholt hatte. 

Kaymer ist diesmal als Vizekapitän dabei, überraschend für ihn. Er habe eine Weile gebraucht, um Ja zu sagen, weil es eine Verantwortung darstelle und er wolle es ordentlich machen, erzählt Kaymer auf der Webseite des Ryder Cup.

Was bei den Europäern gut funktioniert, die Teamarbeit, ist für die Solisten aus den USA ein Problem. Bryson DeChambeau, der Mann mit den langen Schlägen und der launischen Persönlichkeit, ist heftig zerstritten mit Mitspieler Brooks Koepka. Die beiden werden wohl nicht im Doppel antreten.

Und das Wetter in Wisconsin? Sonne, Wolken, Schauer, Wind sind angekündigt. Zumindest für die sieben Briten im Team Europa sollte das in Ordnung gehen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk