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StartseiteCorsoWie in einem Disneyfilm21.10.2019

53. Internationale Hofer FilmtageWie in einem Disneyfilm

Die Hofer Filmtage präsentieren zum 53. Mal neue Talente - Regisseur Gregory Kirchhoff ist einer davon. Tobias Moretti spielt im Eröffnungsfilm "Baumbacher Syndrome" einen Late-Night-Talker auf Sinnsuche. "Ich habe noch nie so sehr über die menschliche Moral nachgedacht“, sagte Kirchhoff im Dlf.

Gregory Kirchhoff im Corsogespräch mit Ina Plodroch

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(Hofer Filmtage)
Tobias Moretti im Film "Baumbacher Syndrome" (Hofer Filmtage)
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Neben der Berlinale, dem Filmfest in München und Hamburg gibt es noch die nicht ganz unwichtigen Hofer Filmtage im Norden Bayerns. Hier trifft sich der deutsche Film und hält Ausschau: Wer könnte denn der neue Tom Tykwer, Wim Wenders oder die neue Caroline Link sein? Und einer, der es laut der Kuratoren wohl sein könnte, ist Gregory Kirchhoff. Mit 27 Jahren hat er seinen dritten Film gedreht: "Baumbacher Syndrome." Dieses Drama eröffnet die 53. Hofer Filmtage und beschreibt, wie ein mittelmäßig erfolgreicher Late-Night-Show-Moderator eines Tages mit sehr tiefer Stimme aufwacht. Daraufhin hört er mit seiner Show auf und hinterfragt sein Leben.

Vorbild für Stimme aus "Die Schöne und das Biest"

"Die Idee zum Film kam mir, als ich einen Disneyfilm geguckt habe", sagte Gregory Kirchhoff im Dlf. "Ich bin schon seitdem ich klein bin großer Disneyfan". Beim Film "Die Schöne und das Biest" habe ihn die Stimme begeistert. "Sie hat was Süßes und was man umarmen will", das wolle er mit der modernen Welt verbinden. Und deshalb habe er einen normalen Menschen mit dieser Stimme aufwachen lassen.

"Dann habe ich darüber nachgedacht, was will ich erzählen, welche Geschichte ist mir wichtig." Und da habe er hinterfragt, was ihn bewege. Und das sei die heutige Zeit, die sei so skurril - Donald Trump, viele AfD-Wähler, die #MeToo-Debate. Kirchhoff habe noch nie so viel über die menschliche Moral nachgedacht. "Was ich an Disneys Messages so schön finde, sind diese ganze simplen Messages, die kommuniziert werden, das wollte ich verbinden mit einem modernen Film."

Simple Aussage wie im Disneyfilm

Die Hauptfigur trifft auf ein junges Mädchen, die den berühmten Moderator aber nicht kennt, weil sie keine Nachrichten schaut. Es sei aber kein Lösungsvorschlag von ihm, die Nachrichten zu ignorieren. "Was ich nicht kommunizieren will, ist, dass man die Presse nicht ernst nehmen sollte."

Das Leben eines Late-Night-Show-Moderators fand er schon immer spannend, sagte der Regisseur. Ihm sei bewusst, dass diese Tradition in Deutschland nicht so groß sei wie in den USA. "Aber ich wollte die Geschichte etwas universeller erzählen." Dass er Tobias Moretti als Schauspieler ausgewählt habe, war für ihn sehr schnell klar. Er habe dann das Drehbuch hingeschickt und das habe ihm direkt gefallen. Bei den Dreharbeiten habe er noch sehr viel gelernt, da sei das Schöne für ihn, mit erfahrenen Schauspielern zu arbeiten.

Es sei eine Ehre, die Hofer Filmtage zu eröffnen, sagte Gregory Kirchhoff. Nur auf die Streamingdienste zu setzen und für ein Onlinepublikum zu produzieren, sei nichts für ihn, weil er das Kino auch möge. Im Frühjahr 2020 kommt "Baumbacher Syndrome" in die Kinos.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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