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55 Jahre MauerbauGedenken an unendliches Leid

Berlins Regierunder Bürgermeister Michael Müller (r.) steht mit anderen Menschen an der Mauergedenkstätte Bernauer Straße, wo er gerade einen Kranz niedergelegt hatte. (imago stock&people)
Berlins Regierunder Bürgermeister Michael Müller (r.) an der Mauergedenkstätte Bernauer Straße (imago stock&people)

Vor 55 Jahren begann das SED-Regime in Berlin mit dem Bau der Mauer. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller legte am Samstag zum Gedenken einen Kranz nieder und sagte: "Es ist immer wieder wichtig, deutlich zu machen, wie viel unendliches Leid diese Mauer für viele Menschen bedeutet hat."

In Erinnerung an die Opfer der Berliner Mauer legte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller einen Kranz an der zentralen Gedenkstätte an der Bernauer Straße nieder. Am 13. August 1961 hatte die SED-Führung unter Walter Ulbricht mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen. Bis zu ihrem Fall starben dort mindestens 138 Menschen durch das DDR-Grenzregime.

Bei einem Rundgang informierte sich Müller außerdem im Dokumentationszentrum der Mauer-Gedenkstätte über die Erinnerungsarbeit. "Der Mauerbau war ein dramatischer Einschnitt nicht nur für unser Land, sondern ganz konkret auch für viele Menschen, für viele Familien, die sich nicht mehr begegnen konnten", so Müller.

Kritik an Aufarbeitung und Umgang mit Opfern

Aus Sicht des Direktors der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier, ist die DDR-Geschichte vielen Jugendlichen kein Begriff mehr. "Das ist für die weiter weg als Pompeji", sagte Klausmeier der "Berliner Zeitung". "Den Begriff Stasi haben viele zwar mal gehört, aber über politische Verfolgung durch die SED, über fehlende Gewaltenteilung oder fehlende Meinungsfreiheit in der DDR gibt es bei vielen Schülern so gut wie kein Wissen", berichtete Klausmeier von Seminaren mit Schülern.

Den Angehörigen der Maueropfer wird nach Ansicht von Birgit Neumann-Becker, der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Sachsen-Anhalt, von der Gesellschaft zu wenig Mitgefühl und Anerkennung entgegengebracht. Viele Menschen würden bis heute darunter leiden, dass sie ihr Kind, Angehörige oder Freunde verloren haben und könnten darüber auch nicht sprechen, sagte sie am Samstag. Viele seien von der Stasi verfolgt und in der DDR zu Haftstrafen verurteilt worden, weil sie von Fluchtplänen gewusst haben sollen. 

Mauer stand 28 Jahre lang

Die Mauer stand 28 Jahre lang bis zum 9. November 1989 für Repression und Unfreiheit. Zahlreiche DDR-Bürger kamen bei Fluchtversuchen ums Leben. Die genaue Zahl der Mauertoten ist nicht bekannt, häufig wird auf Grundlage historischer Forschungen die Zahl von 138 Toten genannt. Das Deutschlandradio hat in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung und der Zentrum für zeithostorische Forschung Potsdam eine multimediale Chronik erstellt

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