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StartseiteCorso"Gelacht wird da gar nicht"02.10.2019

70. von Annie Leibovitz"Gelacht wird da gar nicht"

Annie Leibovitz zählt zu den erfolgreichsten Fotografinnen der Welt. Prominente und Führungskräfte standen vor ihrer Kamera. "Diese Art, so überraschende Momente zu erzeugen, das führt dazu, dass sie eine der ersten Popkünstlerinnen der Fotografie ist", sagte Christoph Siegert im Deutschlandfunk.

Christoph Siegert im Corsogespräch mit Raphael Smarzoch

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Fotografin Annie Leibovitz während der Präsentation des Pirelli-Kalenders 2016. (dpa / picture alliance / Ekaterina Chesnokova)
Die Fotografin Annie Leibovitz feiert ihren siebzigsten Geburtstag (dpa / picture alliance / Ekaterina Chesnokova)
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John Lennon, der sich nackt an Yoko Ono schmiegt. Whoopi Goldberg, die ein Milchbad nimmt und die hochschwangere Demi Moore. Die US-amerikanische Fotografin Annie Leibovitz hat ein Händchen für ungewöhnliche Perspektiven und ist mit ihren ikonografischen Star-Porträts weltberühmt geworden. Bill Clinton und Barack Obama posierten vor der Kamera der Fotokünstlerin, aber auch die Sängerin Rihanna oder die Schauspielerin Scarlett Johansson.

"Das hat schon so etwas Generalstabsmäßiges"

Der deutsche Fotograf Christoph Siegert arbeitete nach seiner Zeit im New Yorker Studio von Annie Leibovitz immer wieder bei anstehenden Projekten in Deutschland und Europa als Assistent für die Fotografin. "Produktionen bei Annie Leibovitz sind immer sehr durchorganisiert",  sagte Siegert. Vor jedem Aufnahmetermin stand immer eine sehr umfangreiche Vorbereitung an, so der Fotograf. Auch seien die Fotoshootings sehr ernst gewesen. "Das hat schon so etwas Generalstabsmäßiges", so Siegert. Das sei auch Teil ihrer Ausstrahlung und Erfolgskonzeptes gewesen.

Geräuschlose Fotoshootings

Immer wieder gelingt es, Annie Leibovitz sehr intime Porträtaufnahmen zu machen. "Sie konzentriert sich sehr auf die Protagonisten. Wir haben ja später Karl Lagerfeld in Paris fotografiert. Das war ja auch so: zwei Titanen begegnen sich. Es ist so,  dass es für sie extrem wichtig ist, dass sie viel über die Leute weiß,  die sie fotografiert. Und zweitens ist es so,  dass die Produktion, die muss geräuschlos laufen", sagte Siegert. "Wir haben im Prinzip nur unsere Arbeit gemacht, und es gab da auch klare Befehlshierarchien. Das kennt man ja heute nicht mehr so."

Wir haben noch länger mit Christoph Siegert gesprochen – hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs

Die Fotografien Annie Leibovitz‘ werden regelmäßig im Kunstkontext präsentiert,  zum Beispiel auf der Art Basel. "Ich glaube, sie ist Künstlerin, definitiv und sie ist vor allen Dingen aber auch Fotokünstlerin. Ich glaube, sie hat da nicht so eine große Trennung gemacht. Sie hat mit Licht gemalt und sie hat mit ihren Porträtierenden ein Zwiegespräch geführt", so Siegert.

Eine ihrer eindrucksvollsten Fotografien ist eine Porträtaufnahme von Kim Kardashian und Kanye West, die den Selfie-Kult der heutigen Zeit wertfrei kommentiert. "Grundsätzlich hat sie sich immer sehr für neue Technologien interessiert. Immer, wenn es interessante, spannende Materialien gibt oder auch tolle Beleuchtungssysteme, dann hat sie sich das zu eigen gemacht und wenn es für ihren Stil hilfreich war genutzt.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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