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StartseiteSternzeitSteve Ostro und die himmlische Radarfalle07.03.2021

75. Geburtstag eines Astro-PioniersSteve Ostro und die himmlische Radarfalle

Dienstag vor 75 Jahren kam in Somerville im New Jersey Steve Ostro zur Welt. Er studierte Ingenieursphysik und Planetenwissenschaft an den Universitäten Cornell und MIT. Ihm hatte es vor allem die Kombination beider Disziplinen angetan.

Von Dirk Lorenzen

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Bei seinen Beobachtungen von Asteroiden hat Steve Ostro oft die 70-Meter-Antenne von Goldstone genutzt. (JPL / NASA)
Bei seinen Beobachtungen von Asteroiden hat Steve Ostro oft die 70-Meter-Antenne von Goldstone genutzt (JPL / NASA)

Schon während seiner Doktorarbeit erforschte er die Saturnringe und Jupitermonde per Radar. Das gewaltige Radioteleskop von Arecibo hat starke Radarpulse ins All gesendet und das Echo empfangen.

1984, im Alter von 38 Jahren, ging Steve Ostro ans NASA-Zentrum JPL in Kalifornien. Er und sein Team entwickelten Technik und Beobachtungsmethoden, um auch Asteroiden per Radar zu untersuchen. Zieht ein Objekt relativ nah an der Erde vorbei, lässt sich so nicht nur die Bahn zentimetergenau bestimmen – die Radardaten liefern zumeist auch Informationen über seine Form und die Rotation, es entstehen regelrecht Radarbilder.

Ganz im Sinne von Steve Ostro: Radarbeobachtungen eines etwa 600 Meter großen Asteroiden im Jahr 2015 (JPL / NASA)Ganz im Sinne von Steve Ostro: Radarbeobachtungen eines etwa 600 Meter großen Asteroiden im Jahr 2015 (JPL / NASA)

Die JPL-Gruppe entdeckte, dass etliche Asteroiden Doppelobjekte sind oder von einem Mond umkreist werden. Im Laufe seiner Karriere sind Steve Ostro über dreihundert Asteroiden in die Radarfalle gegangen. Er hat 130 Objekte beobachtet, die potentiell mit der Erde zusammenstoßen könnten. Gerade dann sind eine exakte Kenntnis von Bahn und Größe unerlässlich.

Steve Ostro, der Radar-Experte dieser Welt, starb 2008 im Alter von 62 Jahren. Schon zu Lebzeiten wurde ein Asteroid nach ihm benannt. Doch leider bleibt das Objekt Ostro stets so weit von der Erde entfernt, dass sich Radarbeobachtungen nicht lohnen.

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