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StartseiteSternzeitMerkur ohne Vulcan07.06.2019

Abendsichtbarkeit des innersten PlanetenMerkur ohne Vulcan

Der innerste Planet lässt sich in den kommenden zwei Wochen gut eine dreiviertel Stunde nach Sonnenuntergang erspähen. Merkur leuchtet tief am Westnordwesthorizont. Ganz in seiner Nähe befindet sich Mars, der allerdings deutlich schwächer ist.

Von Dirk Lorenzen

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Merkur zeigt sich jetzt abends tief im Nordwesten (Stellarium)
Merkur zeigt sich jetzt abends tief im Nordwesten (Stellarium)

Heute steht er noch gut eine Faustbreit links oberhalb Merkurs. Am 18. Juni sind beide nicht einmal mehr einen halben Vollmonddurchmesser voneinander getrennt.

Merkur läuft innerhalb der Erdbahn um die Sonne herum und entfernt sich daher am Himmel nie sehr weit von unserem Stern. Anders als Mars ist Merkur nie mitten in der Nacht zu sehen, sondern immer nur in der Abend- oder Morgendämmerung. Dagegen ist Mars im nächsten Jahr wieder spielend hoch am Nachthimmel zu erkennen.

Merkur ist das Ziel der ESA-Sonde BepiColombo, die im Oktober letzten Jahres gestartet ist. Ende 2025 soll sie am Planeten ankommen.

Falschfarbendarstellung einer Merkurhemisphäre (NASA)Merkur, der innerste Planet im Sonnensystem, aufgenommen von der Sonde Messenger (NASA)

Im April nächsten Jahres fliegt sie zunächst noch einmal dicht an der Erde vorbei, um mit deren Anziehungskraft etwas abzubremsen und einen Kurs Richtung Venus und Merkur einzuschlagen.

Eine Zeitlang vermuteten manche Astronomen sogar noch einen weiteren Planeten innerhalb der Merkurbahn. Vulcan, wie dieses hypothetische Objekt oft genannt wurde, sei der Sonne so nah, dass er nie am Abend- oder Morgenhimmel zu sehen sei, sondern nur während totaler Sonnenfinsternisse. Doch die Suche blieb erfolglos.

Heute ist klar, dass Merkur der innerste Planet ist. BepiColombo ist eine reine Merkursonde – und keine Mission zu Merkur und Vulcan.

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