Donnerstag, 03.12.2020
 
Seit 03:00 Uhr Nachrichten
StartseiteSternzeitPluto per Volksabstimmung wieder Planet21.05.2020

Aktion des Planetariums HamburgPluto per Volksabstimmung wieder Planet

Das Planetarium Hamburg hat zum 90. Jahrestag der Entdeckung des Planeten Pluto bei einem Online-Meinungsforschungsinstitut eine Umfrage in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Pluto ist für die Deutschen der Planet der Herzen.

Von Dirk Lorenzen

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Zwergplanet mit „Herz“: Pluto galt von 1930 bis 2006 als Planet  (NASA)
Der schönste aller Zwergplaneten: Pluto, mit der markanten Struktur in Form eines Herzes (NASA)

Die sehr lange Frage lautete: "Mehr als 70 Jahre lang galt Pluto als neunter Planet unseres Sonnensystems – bis ihm die Internationale Astronomische Union seinen Planetenstatus aberkannte und in die neue Kategorie der "Zwergplaneten" herabstufte. Ausschlaggebend war, dass Pluto seine Umlaufbahn nicht von anderen Himmelskörpern "freigeräumt" habe. Dabei verändert sich das Umfeld der Planeten in unserem Sonnensystem ständig – auch bei der Erde. Die Einordnung von Pluto sorgt seither für Streit unter Experten wie auch Laien. Schlägt auch Ihr Herz für Pluto?"

Die Erde, aufgenommen von Meteosat-9 (Eumetsat)Die Erde bleibt eine Kugel und wird nicht zur Scheibe – egal, was bei möglichen Abstimmungen herauskommt (Eumetsat)Die nicht ganz neutral gestellte Frage enthält einige Passagen, die sachlich zumindest fragwürdig sind. So ist den meisten Planetenexperten die Definition völlig egal. Sie interessieren sich für den Himmelskörper und nicht das Etikett, das man ihm anheftet.

89 Prozent der gut tausend Teilnehmer haben für den Planetenstatus gestimmt. Aber in der Wissenschaft geht es um Fakten, nicht um Meinungen. Würde Pluto weiter als Planet zählen, so gäbe es bald Dutzende Planeten.

Spötter fragen sich, was man wohl als nächstes zur Abstimmung stellt: Vielleicht rückt man die Erde zurück ins Zentrum des Planetensystems – oder macht sie per Onlinevoting gleich wieder zur Scheibe. Dafür mag es Mehrheiten geben. Unsinn ist es trotzdem.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk