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StartseiteCampus & KarriereAls Richterin zum Europäischen Gerichtshof14.07.2000

Als Richterin zum Europäischen Gerichtshof

Die Bremer Juristin Ninon Colneric wird erste deutsche Europarichterin

Die Bremer Jura-Studenten werden künftig auf eine prominente Lehrkraft verzichten müssen. Ninon Colneric, scheidende Präsidentin des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein und Honorarprofessorin im Fachbereich Rechtswissenschaft an der Universität Bremen, wurde am 14. Juli zur ersten deutschen Richterin am Euroäischen Gerichtshof vereidigt. Die heute 51-jährige Juristin konnte sich bereits 1977 ihren Berufswunsch Arbeitsrichterin erfüllen. Sie arbeitete am Institut für europäisches und internationales Wirtschaftsrecht in München mit, ging zu einem Forschungsaufenthalt nach London und wurde 1989 zur Präsidentin des schleswig-holsteinischen Landesarbeitgerichts berufen. Elf Jahre lang hatte sie diese Position inne. "Als Richterin hat man die große Befriedigung, des Praktischen, aber man hat sehr wenig Zeit, mal systematisch nachzudenken", erinnert sie sich. "Als sich die Chance bot, an der Universität Bremen eine Professur zu vertreten, habe ich das liebend gerne aufgegriffen." Seit 1996 ist Colneric dort als Professorin für das Gebiet "Arbeitsrecht unter besonderer Berücksichtigung des europäischen Arbeitsrechts" tätig. Ihren Studenten rät sie, auf jeden Fall einmal ins Ausland zu gehen: "Es ist eine faszinierende Erfahrung. Für mich war es spannend zu sehen, dass man Dinge auch ganz anders machen kann." An diese Erfahrung wird sie am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg anknüpfen. Sechs Jahre lang kann sie dort ihr Wissen vertiefen und europäisches Recht sprechen. "Jedes Mitgliedsland ist durch einen Richter vertreten, sodass 15 juristische Kulturen zusammentreffen, wir aber ein gemeinsames Recht sprechen. Das stelle ich mir als eine faszinierende Aufgabe vor."

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47 Jahre lang bestand der Europäische Gerichtshof in Luxemburg übrigens ausschließlich aus Männern. Erst vor wenigen Monaten wurde die irische Juristin Fidelma Machen in das Gremium gewählt.

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