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StartseiteGesichter EuropasWie Europäer ihren Lebensabend verbringen01.09.2018

Alt werden in EuropaWie Europäer ihren Lebensabend verbringen

Europas Senioren sind so unterschiedlich wie die Länder und Kulturen, in denen sie leben: Eine lernt mit über 80 Lesen und Schreiben, eine andere mischt in der Firma des Enkels mit. Ein Deutscher lebt in einem polnischen Pflegeheim, eine kroatische Partisanin mit 94 als Selbstversorgerin auf einer Insel. Fünf Reportagen.

Von Kirstin Hausen, Anja Schrum, Grit Eggerichs, Tilo Wagner und Ruth Rach

Ein älteres Paar tanzt Tango vor einer Menschenmenge (Lehtikuva/ Tor Wennström/ dpa)
Ein älteres Paar tanzt Tango vor einer Menschenmenge (Lehtikuva/ Tor Wennström/ dpa)

Europa wird älter. Von den etwa 510 Millionen Menschen, die in der Europäischen Union leben, sind fast ein Fünftel (19,2 %) 65 oder älter. Tendenz: steigend. Dass die Menschen durchschnittlich länger leben, ist ein Grund, ein anderer ist, dass sie weniger Kinder bekommen.

Aber das gilt natürlich nicht für alle Mitgliedsländer gleichermaßen. Und auch wie man im Alter lebt, ist unterschiedlich. In "Alt werden in Europa" blicken wir in dieser Woche in fünf Länder.

Fünf Reportagen von Senioren als Stützen der italienischen Gesellschaft, deutschen Senioren in polnischen Heimen, rüstigen Inselbewohnern in Kroatien, von Nachalphabetisierung in Portugal und und von Seniorenmode jenseits von Pastell und Beige aus Großbritannien.

Generationenübergreifendes Arbeiten in der Küche (imago/Joker) (imago/Joker)Italien: Großeltern als Vollzeitjob
In Italien werden immer weniger Kinder geboren. Das hat zur Folge, dass immer weniger Berufstätige für immer mehr Menschen die Rente erwirtschaften müssen. Italienische Senioren liegen den Jungen aber deshalb nicht unbedingt auf der Tasche. In vielen Familien tragen sie sogar zum Einkommen bei.

Ein Mann in einem Seniorenheim bei der Morgengymnastik (picture alliance / dpa / Foto: Felix Kästle) (picture alliance / dpa / Foto: Felix Kästle)Deutsche Senioren in Polen
Polnische Pflegekräfte kommen zum Arbeiten nach Deutschland. Deutsche Senioren werden wiederum nicht selten in polnischen Heimen gepflegt. In Zabelkow zum Beispiel, in einem Heim speziell für Deutsche, dort kommen 20 Pflegekräfte auf 40 Bewohner.

Ivanica, 94, vor einem Porträtbild des jugoslawischen Diktators Tito (Deutschlandradio/ Grit Eggerichs) (Deutschlandradio/ Grit Eggerichs)Kroatien: Die Selbstversorgerin von Žirje
Wer auf der kroatischen Insel Žirje alt wird, wie die 94-jährige Ivanica, muss hart im Nehmen sein. Der einzige Laden hat zugemacht, die Schule wurde geschlossen, frisches Wasser und Müllabfuhr kommen per Schiff vom Festland. Mit ein bisschen Glück. Weg will Ivanica trotzdem nicht, sie hat genug gesehen.

Cesária Pencas sitzt an einem Tisch und lässt sich beim Schreiben helfen (Deutschlandradio / Tilo Wagner) (Deutschlandradio / Tilo Wagner)Portugal: Endlich Lesen und Schreiben lernen
Wer vor den 1960er-Jahren in Portugal Kind war, musste noch nicht verpflichtend die Schulbank drücken. Cesária Pencas arbeitete damals auf dem Feld. Erst mit über 80 hat sie lesen und schreiben gelernt - bei einem Kurs in dem Stall, in dem sie früher die Esel versorgte.

Eine modisch in Violett gekleidete Seniorin mit Perlenkette, Sonnenbrille und Hut posiert vor dem Berliner Fernsehturm (imago stock&people) (imago stock&people)Großbritannien: Oma-Mode von Welt
Die Modebranche kümmert sich kaum um die Zielgruppe Senioren. Dabei haben auch alte Frauen schöne Handgelenke und schöne Beine, sagt Fanny Karst. Ihr Label "oldladiesrebellion" hat der Damenmode in Beige und Pastell den Kampf angesagt.

Zum Altwerden in Großbritannien beachten Sie bitte auch unsere Sendung "Gesichter Europas" am 1. September 2018 ab 11.05 Uhr im Deutschlandfunk - nachzuhören bis 8. September hier:

Ein glückliches Rentner-Pärchen (imago stock&people / Westend 61) (imago stock&people / Westend 61)Draufgänger in Großbritannien
Im Kopf vieler Menschen gibt es zwei Klischees: Jung sein bedeutet Freiheit, Alter hingegen Abhängigkeit und Einsamkeit. Das kann zwar stimmen, muss aber nicht so sein, wie Beispiele aus Großbritannien zeigen.

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