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StartseiteHintergrundAlte Feinde, neue Krise20.10.2006

Alte Feinde, neue Krise

In Somalia spitzt sich der Konflikt mit dem Nachbarland Äthiopien zu

Die Menschen haben sich vor einem Sportstadion am Rande der somalischen Hauptstadt Mogadischu versammelt. Redner heizen die Stimmung der etwa tausendköpfigen Menge an und schüren die allgemeine Wut. Der Hass der Demonstranten richtet sich gegen die äthiopischen Soldaten, die in Somalia einmarschiert sind - ohne ein internationales Mandat, angeblich aber mit Rückendeckung der Afrikanischen Union. Die offizielle Absicht: Die machtlose, so genannte "Nationale Übergangsregierung" zu stützen und Frieden zu stiften.

Von Bettina Rühl

Bewaffnete Männer beschützen Mitglieder des somalischen Parlaments (AP Archiv)
Bewaffnete Männer beschützen Mitglieder des somalischen Parlaments (AP Archiv)
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Das ist in Somalia ein höchst ehrgeiziges Ziel: Vor 16 Jahren wurde der somalische Diktator Siad Barre gestürzt. Seitdem hat das Land im Osten Afrikas keine funktionierende Regierung mehr. Seit 16 Jahren leiden die Menschen unter Anarchie und Krieg. Trotzdem sind ausländische und ganz besonders äthiopische Truppen unerwünscht - ob sie nun - offiziell - kommen um zu helfen oder nicht.

" Ich bin gegen die Intervention ausländischer Truppen in Somalia. Ich will nicht noch einmal kolonisiert werden, und nichts anderes ist doch deren Ziel. "

" Wir werden uns mit allen Mitteln und all unseren Kräften gegen eine internationale Truppe wehren - vor allem, wenn sie von Äthiopien geführt wird. Ich bin ein Bürger Somalias und sie kommen, um uns zu bekämpfen - also greifen sie auch mich an, und ich werde mich verteidigen. Bis jetzt habe ich mich noch nie einer der Milizen angeschlossen und war ein ganz normaler Bürger - aber gegen die Äthiopier werde ich kämpfen. "

Die islamistische Führung, die Mogadischu und weite Teile Südsomalias seit diesem Sommer kontrolliert, sprach kürzlich sogar von einem "Heiligen Krieg". In den vergangenen Wochen gab es auf somalischem Boden bereits mehrere Gefechte zwischen äthiopischen Truppen und islamistischen Milizen.
Die Angst vor diesem Konflikt bedrückt viele Somalier schon seit Monaten.

Mahmoud, der für eine somalische Hilfsorganisation arbeitet und seinen vollen Namen nicht genannt wissen will, teilt diese Sorge. Ihn beschäftigt vor allem die Drohung der islamistischen Milizionäre, dass sie gegen Äthiopien "mit allen Mitteln" kämpfen werden.

" Bisher haben sie noch nicht mit Bomben und Sprengsätzen gekämpft, aber das wird sich ändern, wenn die ausländischen Truppen einmarschieren und Gelände gewinnen. Dann werden sie Bomben an Gebäuden, Autos und anderen Stellen installieren. Meine Erfahrung sagt mir, dass die Kämpfe diesen Charakter annehmen werden. Denn wenn es ausländische Truppen gibt, die gegen die Islamisten kämpfen, dann werden sich noch weitere Ausländer einmischen, um ihrerseits die Islamisten zu unterstützen. Sie werden den somalischen Kämpfern beibringen, wie man Bomben baut. "

Damit könnten im schlimmsten Fall irakische Verhältnisse einkehren, fürchtet nicht nur Mahmoud. Die Eskalation der Krise hat eine längere Vorgeschichte. Verantwortlich sind nicht nur Äthiopien und die "Union der Islamischen Gerichte", die in diesem Sommer weite Teile Südsomalias eroberte. Zu nennen sind außerdem die so genannte "Nationale Übergangsregierung" von Somalia, die USA, die Afrikanische Union und die somalischen Nachbarstaaten. Außerdem weitere Länder, die den somalischen Konflikt durch die Lieferung von Waffen angeheizt haben. Und nicht zuletzt natürlich die somalischen Warlords, die von der "Union der Islamischen Gerichte" allerdings im Sommer geschlagen wurden und derzeit keine große Rolle mehr spielen.

Die jungen Männer gucken konzentriert nach vorn und marschieren an Schutthaufen, Ruinen und einer Moschee aus Wellblech vorbei. Vor der ehemaligen Gefängnismauer drehen sie um und marschieren durch den Staub und die nachmittägliche Hitze zurück, während mehrere Ausbilder versuchen, die Haltung der Rekruten zu korrigieren. Die Ausbilder tragen militärische Uniformen und Stiefel, die Rekruten Flip Flops oder Turnschuhe, überweite Jeans oder Stoffhosen. Die Milizionäre unterstehen der "Union der Islamischen Gerichte".

Major Abdukadir Sheikh Ahmed Nur ist innerhalb der Union für die militärische Ausbildung verantwortlich. Die Ziele des Trainings fasst er knapp zusammen:

" Wir wollen unser Land wieder aufbauen und die Verbreitung des Islam fördern. Außerdem werden wir natürlich alle ausländischen Aggressoren daran hindern, unser Territorium zu betreten - namentlich Äthiopien, das mit dem Ogaden schon vor Jahren einen großen Teil Somalias erobert hat. Vielleicht sind sie jetzt übermütig geworden und wollen unser ganzes Land."

Zur Ausbildung in dem Trainingscamp Lantabuur gehören der tägliche Koranunterricht ebenso selbstverständlich wie die fünf islamischen Gebete. Lantabuur liegt rund 60 Kilometer von Mogadischu entfernt in der ausgedörrten Savanne. Der Ort war zu Zeiten des letzten somalischen Diktators Siad Barre als politisches Gefängnis berüchtigt. Jetzt steht neben den Ruinen der Zellentrakte und Folterkammern eine kleine Moschee aus Wellblech.

Im Westen, vor allem den Vereinigten Staaten, werden der militärische und politische Erfolg der Islamisten mit großer Sorge betrachtet. Die USA halten Somalia schon seit den Anschlägen des 11. September für einen Rückzugsraum islamischer Terroristen. Sie fürchten nun, dass sich das Al Qaida Netzwerk künftig noch ungestörter im Osten Afrikas bewegen kann. Wegen ihrer eng gefassten islamischen Moral werden die neuen Machthaber in Mogadischu mit den afghanischen Taliban verglichen. Major Abdukadir Sheikh Ahmed Nur hat mit diesem Vergleich keine Probleme:

" Die Taliban haben während ihrer Herrschaft in Afghanistan nicht viele Fehler gemacht. Das einzige Problem war, dass Amerika einmarschiert ist und sie gestürzt hat. "

Auf die Frage, ob die "Union der Islamischen Gerichte" für Somalia ein ebenso drakonisches System anstrebt und die Frauen ähnlich strengen Regeln unterwerfen will, sagt der Major:

" Es gab in Afghanistan keine drakonischen Vorschriften, auch nicht für Frauen. Die Taliban befolgten einfach nur die Regeln des Islam."

Ironischer Weise verdanken die Islamisten ihren Erfolg nicht zuletzt den USA. Die nämlich hatten schon vor einiger Zeit begonnen, die islamischen Warlords zu unterstützen, damit sie die Schari'a-Gerichte zerschlagen. Diese Gerichtshöfe wurden nach dem Zusammenbruch der staatlichen Justiz von den somalischen Klans gegründet. Die Jahrhunderte alten Familienverbände hatten die Diktatur Siad Barres als einzige Organisationseinheit der Gesellschaft überdauert.

Nach Barres Sturz blieben mangels staatlicher Strukturen nur das traditionelle Recht der Klans und die islamische Schari'a, um Anarchie und Gesetzlosigkeit zu begrenzen. Da es ohne eine Regierung zudem weder Polizei noch Armee gibt, unterhielten die Schari'a-Gerichte eigene bewaffnete Verbände - wie jede andere Organisation in Somalia auch. Doch in den traditionell eher moderaten Glauben der Somalier mischten sich immer radikalere Züge.

Die "International Crisis Group" warnte deshalb schon Ende vergangenen Jahres vor der Entwicklung. Die renommierte Organisation analysiert Kriege und Konflikte, um Strategien für deren Lösung zu finden. Über die somalischen Verbindungen zu Al Qaida und anderen Terrorgruppen sagt Matt Bryden:

" Einige dieser Berichte wirken glaubwürdig, andere könnten auch von den Warlords erfunden und verbreitet worden sein, um die Unterstützung der USA und anderer westlicher Staaten zu bekommen. Es ist also sehr schwer, Fakten von Fiktion zu unterscheiden. Ich bin mir jedoch sicher, dass vor einem Jahr manche von den Personen in Somalia waren, für die sich die Vereinigten Staaten und andere westliche Regierungen besonders interessieren. Derzeit wage ich aber noch nicht einmal eine Vermutung darüber auszusprechen, ob das immer noch der Fall ist. "

Matt Bryden hat allerdings nicht nur inhaltliche Gründe für seine Vorsicht: Auf seine früheren, deutlichen Analysen reagierten die radikalen somalischen Islamisten mit einer Art Aufruf zum Mord: Bryden erfuhr, dass auf ihn ein Kopfgeld ausgesetzt ist, verließ das Land und trennte sich von der "International Crisis Group" - die Organisation wollte ihn nicht durch weitere Berichte in Gefahr bringen. Um seine Spur zu verwischen, lebt er heute in einem anderen Land. Im vergangenen Winter hieß es in einem Bericht der "International Crisis Group":

Abseits der Fernsehscheinwerfer wird in Somalia ein verborgener, schmutziger Krieg geführt. Schauplatz sind die von Schutt übersäten Straßen der zerstörten Hauptstadt dieses Landes, das seit Jahren ohne Regierung ist. Dort führen Anhänger von Al Qaida, Extremisten des Heiligen Krieges, äthiopische Geheimdienste und vom Westen gestützte Terroristenjäger einen Schattenkrieg. Sie kämpfen mit Methoden wie Einschüchterung, Entführung und Mord um die Vorherrschaft.

Im Februar dieses Jahres begann die entscheidende Schlacht zwischen den Warlords und den Islamisten - die "Übergangsregierung" war schon damals als reale Macht auf somalischem Boden bedeutungslos, das Land stattdessen zwischen diversen Milizführern aufgeteilt. Diese im Volk verhassten Kriegsherren hatten sich zusammengeschlossen und führten den "Anti-Terror-Kampf" im Namen - wohl nicht zuletzt, um Washington zur Unterstützung ihrer Ziele zu bewegen. Im Februar griffen sie an - und wurden binnen weniger Wochen vernichtend geschlagen. Nach dieser Niederlage übernahm die "Union der Islamischen Gerichte" die Macht in Mogadischu.
Noch einmal Matt Bryden:

" Es gibt mehrere Gründe für ihren schnellen Erfolg: Die Islamischen Gerichte sind sehr gut organisiert und militärisch ausgesprochen diszipliniert. Entscheidend war auch die aktive und passive Unterstützung der Bevölkerung. Die Somalier waren der Klankämpfe und der Herrschaft der Warlords müde, deshalb stellten sie sich auf die Seite der Islamischen Gerichte und trugen zu deren Sieg bei. Die Islamisten bekamen viel Geld von ganz normalen Somaliern aus dem In- und Ausland. Freiwillige aus dem ganzen Land schlossen sich dem Kampf gegen die Warlords an. Ich glaube, dass diese spontane Mobilisierung der Bevölkerung für den Sieg der Islamisten entscheidend war. Wurden sie auch aus dem arabischen Ausland unterstützt? Vielleicht, aber das war nicht das Entscheidende. "

Für den Westen steht diese Frage jedoch im Vordergrund: Vor allem die Vereinigten Staaten fürchten mehr denn je, dass Somalia unter der neuen islamistischen Führung zu einer Basis für den internationalen Terrorismus wird. Sie verdächtigen mehrere Mitglieder der Islamischen Gerichte, mit dem Netzwerk Al Qaida in Verbindung zu stehen.

Das gilt vor allem für Sheikh Hassan Dahir Aweys, einen der beiden nun führenden Köpfe in Somalia. Die USA führen seinen Namen auf einer Liste von Leuten, die Kontakte zu Terrorgruppen hatten oder haben. Sheikh Aweys weist diesen Verdacht weit von sich, bleibt aber in seiner Ablehnung von Terrorakten vage:

" Meine Feinde können mich nennen wie sie wollen, von mir aus auch Terrorist. Aber das Volk kennt mich als Helden. "

Der 60-Jährige hat sein Haar mit Henna rot gefärbt und gibt sich alle Mühe, wie ein islamischer Gelehrter zu wirken. Tatsächlich ist er auch für Streitgespräche offen und diskutiert sogar mit einer westlichen Frau - für wirklich radikale Islamisten ist das nicht selbstverständlich.

Über Teile seiner Vergangenheit redet er nicht ungern: Als Oberst der somalischen Armee kämpfte er 1977 im so genannten Ogaden-Krieg zum ersten Mal gegen Äthiopien. Dahir Aweys wurde für seine Tapferkeit ausgezeichnet, doch der von Somaliern bewohnte Ogaden ging an Äthiopien verloren. Der Streit um dieses Gebiet nährt die tiefe Feindschaft zwischen den beiden Nachbarn bis heute. Auch Aweys hat nicht vergessen: Er will den Ogaden noch immer nach Somalia zurückholen. Einige Jahre nach diesem ersten Krieg wurde der dekorierte Militär von Siad Barre zum Tode verurteilt.

" Ich wurde verhaftet und zum Tode verurteilt, weil ich für den Islam gekämpft habe. Meine Gruppe wollte das islamische Recht, die Schari'a, schon damals in Somalia einführen. Wir waren nur neun Leute, galten aber als religiöse Bewegung. "

Über ein weiteres Detail seiner Vergangenheit will er allerdings nicht mehr sprechen, seit er zu den politischen Führern in Mogadischu gehört: 1983 gründete er die Terrororganisation "Al Ittihad Al Islamija", zu Deutsch: "Islamische Einheit". Die USA sind davon überzeugt, dass die Gruppe zum Netzwerk Al Qaida gehört. Das hat Aweys immer schon von sich gewiesen. Über seine Verbindungen zur Ittihad sprach er früher allerdings offener, berichtet Matt Bryden:

" In einem Interview hörte ich ihn einmal sagen, dass er Anfang der 90er Jahre der stellvertretende Vorsitzende und militärische Kommandant von Al Ittihad al Islamija war. Er und andere ehemalige Mitglieder der Gruppe behaupten allerdings, dass die Organisation nicht mehr existiert - und das ist meines Wissens richtig. Al Ittihad wurde Mitte der 90er Jahre zerschlagen. Vorher hat die Organisation in Äthiopien eine Reihe von Terroranschlägen verübt und dafür die Verantwortung übernommen. Das steht dauerhaft in Aweys Lebenslauf und wird ihm von Äthiopien natürlich immer noch vorgehalten. "

Auch der Sheikh lässt keinen Zweifel daran, dass die alte Feindschaft fortbesteht: Man werde das Nachbarland mit allen Mitteln bekämpfen.

Die Angst vor den Folgen eines neuen Krieges breitet sich auf den Straßen und Märkten von Mogadischu aus - und verdrängt allmählich die Euphorie, die hier noch vor wenigen Wochen zum ersten Mal seit 16 Jahren herrschte. Denn durch ihren Sieg über die Warlords haben die Islamisten Frieden gebracht. Sie haben es geschafft, so etwas wie ein staatliches Gewaltmonopol durchzusetzen: Die Bevölkerung, die in den letzten Jahren an unzähligen Straßensperren von Milizionären bedroht und ausgeraubt wurde, kann sich nun relativ gefahrlos in der Stadt bewegen.

Selbst die somalischen Menschenrechtsaktivisten sind deshalb vom Sieg der Islamisten begeistert. Dunia Mohammed Ali ist Mitglied des so genannten "Netzwerkes für Frieden und Menschenrechte".

" Was immer die Entwicklung auch bringen mag - sie hat auch eine positive Seite. Die "Union der Islamischen Gerichte" hat es geschafft, Mogadischu zu befrieden. Ich habe keine Ahnung was morgen ist - aber was sie bis jetzt gemacht haben, war gut. "

Die Zahl der Morde und vor allem der Vergewaltigungen sei sehr stark zurückgegangen. Früher vergewaltigten die Milizionäre in Mogadischu etliche Frauen in einer einzigen Nacht. Seit dem Sieg der Islamisten gab es im Laufe mehrerer Monate nur noch vereinzelte Fälle, sagen mehrere Menschenrechtsgruppen. Weil sie eine Form von Recht und Sicherheit nach Südsomalia zurückgebracht haben, stand die Bevölkerung zunächst fast rückhaltlos hinter der islamistischen Führung.

Dann allerdings ließen die neuen Machthaber Kinos schließen, das "public viewing" von Fußballspielen verbieten und Menschen öffentlich auspeitschen. Weltliche Musik wurde auch im Radio verboten, zwei Sender vorübergehend geschlossen. Die Arbeit der Menschenrechtsgruppen galt plötzlich als nicht legitim, wurde nach deren Protest allerdings wieder erlaubt. Trotzdem bleibt Dunia Mohammed Ali´s Kritik noch immer verhalten:

" Einige der Kinos haben ihre Freiheiten missbraucht. Sie haben auch tagsüber pornographische Filme gezeigt. Vor dem Sturz der Regierung gab es eine Zensurbehörde, die Filme zuerst gesehen und dann auch für Jugendliche freigegeben hat. In jedem Staat gibt es so etwas. Aber bei uns gab es seit Jahren keine Verwaltung mehr, die so etwas regelt. Das ist besonders schlimm, weil die Filme bei uns auf der Straße gezeigt werden. Jeder kann zugucken, auch Kinder. "

Dennoch haben die Islamisten durch diese und ähnliche Entscheidungen viel von ihrem Rückhalt in der Bevölkerung verloren. Als sie Ende September die Stadt Kismayo eroberten, schlug ihnen erstmals offener Protest entgegen.

Was genau die "Union der Islamischen Gerichte" plant, ist derzeit völlig unklar. Hinter den Kulissen ringen gemäßigte und radikale Elemente um die Vorherrschaft. Die politische Führung der Union tritt moderat und kompromissbereit auf. Am anderen Ende der Skala stehen die "Shebab", eine Gruppe hoch disziplinierter junger Kämpfer, von denen viele in Afghanistan ausgebildet wurden.

Afghanistan gilt heute als Kaderschmiede für den internationalen Terrorismus. So haben die USA den islamistischen Hardlinern in Somalia gleich zwei Mal entscheidend geholfen: Erst verhalfen sie ihnen zur Ausbildungen in den afghanischen Terrorcamps. Dann brachten sie die Islamisten durch einen weiteren strategischen Fehler in Mogadischu an die Macht. Wenn sie Äthiopien weiterhin gewähren lassen oder es im Kampf gegen die "Union der Islamischen Gerichte" sogar unterstützen, dürfte sich die Lage am Horn von Afrika weiter verschärfen. Denn der Krieg gegen den Erzfeind wird die radikalen Elemente in Somalia vermutlich stärken. Die gemäßigten Kräfte innerhalb der Islamischen Führung haben nur unter einer Bedingung die Chance, sich bei den gegenwärtigen Flügelkämpfen durchzusetzen: Wenn Äthiopien von der internationalen Gemeinschaft zum Rückzug gezwungen wird.

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